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Frage: Wer wird in der Saison 2017/18 Meister der Regionalliga West?
Viktoria Köln
Bor. Dortmund II
Bor. M'gladbach II
1. FC Köln II
Rot-Weiß Oberhausen
Alemannia Aachen
SV Rödinghausen
Wuppertaler SV
Rot-Weiß Essen
KFC Uerdingen
Wattenscheid 09
Bonner SC

Seiten: 1 ... 30 31 [32] 33
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Autor Thema: Speedys Viktoria Köln Fanklub  (Gelesen 31101 mal)
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Speedy
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« Antworten #465 am: 29. April 2017, 05:28:51 »

Viktoria Köln - Rot-Weiss Oberhausen

Das Warm-up vor den 4 entscheidenden Spielen in dieser Saison. Eigentlich mehr als ein Warm-up, denn es geht am heutigen 31. Spieltag nicht um die goldene Ananas, sondern um zwei wesentliche Dinge. 1. Kann Viktoria gegen den derzeit formstärksten Ligakonkurrenten bestehen, also gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe? 2. Kann Viktoria die Meisterschaft so gut wie klar machen?

Wie Siegen gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe funzt, das hat Viktoria zuletzt annähernd zeigen können. Beginnend mit dem 3:2 in Dortmund, wo der Siegtreffer aus einer Kombination aus Wunderlichs und Speedys Torriecher erzielt wurde, alles andere als fortsetzend beim 2. FC Köln, manifestierend dann beim beeindruckenden Nachholspiel in Rödinghausen, wo die an sich formstarke Heimmannschaft in der zweiten Hälfte der zweiten Hälfte nach einem langen Geduldsspiel und vielen vergebenen Torchancen von Viktoria überrollt wurde, und vorerst gipfelnd im überragenden Spiel in Wattenscheid, wo einem noch heimstärkeren Gegner ein Platzverweis bereits nach 18 Minuten ereilte und danach alle Dämme brachen.

Günstige Fügungen sorgten zuletzt für außergewöhnliche Auftritte der Viktoria: 3 Siege in Folge mit 14:1 Toren, oder 8 Siege aus 10 Spielen mit 27:10 Toren. Die Begegnung gegen RWO heute ist also die Feuertaufe für die entscheidenden Wochen in dieser Saison, gar in der noch jungen Historie der aus der Insolvenz entlassenen Viktoria.

RWO liest sich zur Zeit so: 9 Siege, 1 Unentschieden aus den letzten 10 Spielen mit einem Torverhältnis von 24:8, oder anders: seit der Heimniederlage gegen Viktoria in der Hinserie folgten in 16 Spielen (inkl. Landespokal) 13 Siege, 1 Niederlage (gegen Alemannia) und 2 Unentschieden (gegen RWE und BVB II). Beeindruckend diese Serie. Unter den Siegen gelang ein 4:0 in Rödinghausen (Nov), 7:1 gegen Verl (Dez), jeweils 3:1 gegen 2. FC Köln und M'gladbach (Mrz) und ein 5:2 beim Bonner SC (Apr).

RWO startete in diese Saison mit Platz 17 (5 Spieltage lang) und erreichte am vorigen Spieltag mit Platz 3 den höchsten Rang. Es ist der einzige Verein in dieser Liga, der Viktoria noch vom Thron stoßen und die Meisterschaft erringen kann. Für die Qualifikation zur Relegation reicht es nicht mehr, denn RWO hat es im Winter versäumt die Lizenz für die 3. Liga zu beantragen.

Es trifft Viktoria auf RWO, ein Gesamtmarktwert von 3,08 Mio. EUR auf 2,05 Mio. EUR (im Schnitt 125 Tsd. zu 93 Tsd.), ein Durchschnittsalter von 26,3 Jahren auf 24,9 Jahre. Der Formzweitstärkste trifft auf den Formstärksten, die zweitbeste Heimmanschaft (10 Siege) auf die drittbeste Auswärtsmannschaft (8 Siege), es treffen zwei Mannschaften aufeinander mit den wenigsten Unentschieden in dieser Saison (3 vs. 4) und dem besten Angriff der Liga (80 vs. 61 Tore). Die Gegentore sind vergleichbar (36 vs. 37).

In der Fairnesstabelle machte Viktoria einen Platz gut und liegt mit 79 Punkten (63x Gelb, je 2x Ampelkarte und Rot) auf Platz 17. RWO schmückt mit 64 Punkten Platz 6 (56 Gelbe Karten, je 1x Ampelkarte und Rot).

Viktoria konnte aus 11 Rückständen noch 3 Siege feiern und 2 Unentschieden erreichen; RWO hingegen ist kaum besser: 14 Rückstände führten zu 3 Siegen und 3 Unentschieden. Unter dem Aspekt Führungen über die Zeit zu bringen sticht Viktoria absolut deutlich heraus: 27 Führungen brachten 21 Siege ein; RWO hingegen führte nur 18x, siegte infolgedessen aber 17x. Aus Führungen heraus verlor Viktoria noch 4x, RWO überhaupt nicht. Relativ gesehen bedeutet es also, dass RWO nach einer Führung noch ungeschlagen ist!

Die Verteilung der Tore ist vergleichbar. Viktoria trifft 29x in der ersten Halbzeit (36%), 50x in der 2. Halbzeit (64%). RWO hingegen 24x in Halbzeit 1 (39%) zu 34x in Halbzeit 2 (61%). Ähnliche Tendenzen bei der Gegentorverteilung.

Deutliche Unterschiede allerdings in der Torverteilung nach Positionen: Bei Viktoria sind Mittelfeld und Angriff nahezu gleich torgefährlich (37 vs. 36 Tore), bei RWO hebt sich der Angriff mit 37 Toren gegenüber dem Mittelfeld deutlich ab (19 Tore). Tore von Abwehrspielern sind wieder vergleichbar. Bei Viktoria verteilen sich die Torschützen auf 16 Spieler (72 Tore wurden von 6 Spielern erzielt, 48 Tore von 3 Spielern, und 26 von einem). Bei RWO ist das weniger spektakulär: Die Torschützen verteilen sich auf 17 Spieler (darunter 10 Spieler mit 3 Toren oder weniger, 38 Tore von 4 Spielern, 14 Tore von einem).

Viktorias Top-Torschützen sind somit Wunderlich (OM, 26 Tore), Kreyer (MS, 12, verletzt), Backszat (OM/DM, 10), Golley (LA, 8), Jansen (MS, 8) und Candan (RA, 7). Bei RWO sind es die Doppelspitze Engelmann (MS, 14) und Steinmetz (MS, 8) sowie Budimbu (RA, 8) und Fleßers (DM, 8).

4 der besten Scorer unter den Top-25 finden sich bei Viktoria: Wunderlich (16 Vorlagen), Kreyer (10, verletzt), sowie Golley und Koronkiewicz (je 6 Vorlagen). In dieser Liste stellt RWO 5 Spieler: Bauder (OM, 9 Vorlagen), Engelmann (MS, 8), Budimbu (RA, 7), Hermes (LV, 6) und Garcia (RA, 6).

Bester Joker ist Steinmetz von RWO, der nach 17 Einwechslungen 4 Tore erzielte und 2 Vorlagen gab. Viktoria ist unter den Top-20 nicht vertreten. Unter den Siegtorschützen nimmt Wunderlich Platz 1 ein mit 6 Siegtoren. Oberhausens Engelmann erzielte 4 Siegtore.

Kartenkönige gibt es in jeder Mannschaft einen: Golley (Viktoria) und Scheelen (RWO, ZM) mit je 10 Gelbe Karten. Ersterer fügte kürzlich noch eine Ampelkarte hinzu, ist heute aber wieder spielberechtigt.

Dies zum vermeintlichen Warm-up, heute, 14:00 Uhr.

Es folgen dann die Spiele der Spiele:
Di, 2. Mai, Verbandspokalhalbfinale beim Bonner SC,
Do, 25. Mai, (wenns gut gelaufen ist) Verbandspokalfinale in Bonn gegen Fortuna Köln,
So, 28. Mai, Relegation gegen Jena,
Mi, 31. Mai, Relegation in Jena

Etwas stramm der Terminplan in der entscheidenden Phase .... 3 Spiele in 6 Tagen ....
« Letzte Änderung: 29. April 2017, 05:58:33 von Speedy » Gespeichert
Speedy
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« Antworten #466 am: 23. Mai 2017, 07:22:22 »

Relegation 2016/2017

Viktoria Köln vs. Carl Zeiss Jena

Der Favoritencheck

Es wird an der Zeit sich als Viktorianer mit dem Höhepunkt der gesamten Saison, gar der neuzeitlichen Geschichte Viktorias auseinanderzusetzen.

Die Relegation als Modus entscheiden zu lassen, wer es sich als Meister seiner Staffel tatsächlich verdient hat in die 3. Liga aufzusteigen, ist schon von recht merkwürdiger Natur. Mit Viktoria entwickelt sich eine junge, auf zentralen Positionen neu formierte Mannschaft über eine gesamte Saison Schritt für Schritt zu einem Spitzenteam, das sich mehr als drittligatauglich erweist, beherrscht seine Gegner gerade zum Ausklang der Saison nahezu nach Belieben, um dann in nur zwei repräsentativen Spielen den wahren Wert, den Lohn für Leistung und Entwicklung einer gesamten Saison in Form des Aufstiegs bemessen zu dürfen. Ein recht eindimensionaler Ansatz die bessere Mannschaft aus zwei besten Mannschaften ihrer Region herauszufiltern.

Absolute Voraussetzung zumindest für einen fairen solchen Showdown wären zumindest gleiche Bedingungen für beide Mannschaften und in beiden Begegnungen ein Schiedsrichtergespann, das sein Handwerk versteht. Gleiche Bedingungen können allerdings schon vorab nicht gegeben werden, und wie noch mehrfach belegbar, ist Viktoria leider in allen Belangen benachteiligt.

Benachteiligung #1: Die Auslosung. Viktoria zuerst mit Heimrecht. Schon aus dem Europapokal lernen wir, dass ein Auswärtsspiel zu Beginn von Vorteil ist, nicht zuletzt, um im Heimspiel vor eigenem Publikum die notwendige Taktik je nach Ausgang des Hinspiels leichter umsetzen zu können.

Benachteiligung #2: Das Heimspiel. Viktoria wird keines haben, zumindest nicht unter dem Aspekt, was ein Heimspiel gewöhnlich ausmacht - die Stimmung der eigenen Fans. Bei 4.000 an Jenaer Fans verkauften Karten müssen sich die Kölner Fans etwas einfallen lassen, die stimmgewaltigen Gäste für die eigene Mannschaft wahrnehmbar zu übertönen. Der Sportpark Höhenberg fasst nur 6.000+ Zuschauer.... Mehr als 2.000 Viktorianer sind leider nicht zu erwarten gewesen. Ein hausgemachter Nachteil zugegebenermaßen.

Bis hierhin: eindeutiger Vorteil bei Jena.

In 4 Schwerpunkten wird nun im folgenden herausgestellt, wem in dieser Relegation unter harten Kriterien die Favoritenrolle zuteil kommt.

1. Verletzungsbedingte Ausfälle
Ein weiterer Punkt, der für ungleiche Bedingungen verantwortlich ist: ein regulärer Vergleich ist nur in Bestbesetzung möglich. Jena hat meines Wissens keine Ausfälle zu beklagen, jedenfalls nicht im Stammspielerbereich, Viktoria hingegen wird höchstwahrscheinlich nicht nur 4 Leistungsträger sondern Säulen für die gewohnte Spielausrichtung ersetzen müssen.

Mittelstürmer und zweitbester Viktoria-Torschütze Kreyer fällt in der Phase seiner besten Form während seiner Viktoria-Zeit mit Sprunggelenksverletzung schon seit Wochen aus. Außenverteidiger und nach Wunderlich zweiter Antreiber im Spielaufbau, Eichmeier, erlitt im Verbandspokalhalbfinale in Bonn einen Achillessehnenriss, fällt bis weit in die nächste Saison aus. Für Innenverteidiger und Leuchtturm in der Abwehrschlacht, Reiche, der sich vor Wochen im Training eine Knieverletzung zuzog, kommt die Relegation offensichtlich noch zu früh. Auch der neben Wunderlich, und als Schwadorf-Ersatz vorgesehene, zweite Straßenfußballer und derzeit in Bestform befindliche Golley verletzte sich unter der Woche im Training und wird wohl ebenfalls ausfallen. Damit wäre ein Prunkstück in Viktorias Angriffsspiel, die komplette linke Seite der scharfen Flügelzange, lahm gelegt. Dies hätte zur Folge, dass Angriffe über Außen vorhersehbar und tendenziell eher rechtslastig würden und Jenas Defensive mehr Konzentration darauf verwenden könnte die Kreise von Wunderlich zu stören.

Fazit: Deutlicher Vorteil bei Jena


2. Form
Betrachtenswert unmittelbar vor dem Showdown ist die Frage, ob die Form seit Gewinn der Meisterschaft gehalten bzw. die Spannung im Team hoch genug gehalten werden konnte. Viktoria und Jena haben am gleichen Wochenende die Quali für die Relegation bei bereits bekannter Auslosung klar gemacht. Seitdem folgten für Jena 3 Spiele bis Saisonabschluss, darunter 1 Sieg und 2 Niederlagen bei 5:4 Toren. Beide Niederlagen sind darauf zurückzuführen, dass Jena entweder zwecks Verwirrung des beobachtenden Gegners oder taktischer Anpassung an das Spielsystem des Gegners in einem über die gesamte Saison nicht umgesetzten System gespielt hat. Viktoria musste wegen Erreichen des Verbandspokalhalbfinals ein Spiel mehr austragen. 1 Sieg, 3 Niederlagen bei 6:7 Toren das Resultat. Die Niederlagen resultierten daraus, dass einzelne Spieler geschont, und gleichsam Lösungen gesucht werden mussten, um die durch Verletzung vakant gewordenen Positionen neu zu besetzen. Insbesondere die Formierung der Innenverteidigung machte Probleme.

Fazit: Jena bietet ein auf allen Positionen eingespieltes Team auf, Viktoria ist noch auf der Suche nach der unter gegebenen ungünstigen Umständen besten Startelf. Vorteil Jena.


3. Taktik

Die Taktische Aufstellung in einem Showdown zwischen zumindest auf dem Papier auf Augenhöhe befindlichen Gegnern kann von entscheidender Bedeutung sein, insbesondere die taktische Variabilität einer Mannschaft, die gelernt hat mit annähernd dem gleichen Personal unterschiedliche Systeme innerhalb einer Saison aufzutreten.

Jena hat in der abgeschlossenen Saison genau zwei Systeme gespielt: Mit 4-4-2 (Doppel-6) konnten in 22 Spielen 15 Siege, 5 Unentschieden, 2 Niederlagen, also 50 Punkte erzielt werden bei einem Torverhältnis von 44:15. In 10 Spielen wurde 4-2-3-1 bevorzugt, wobei 8 Siege, 1 Unentschieden und 1 Niederlage dabei herauskam, also 25 Punkte bei 23:6 Toren. Jena kann also den Gegner mit 2 Stürmern unter Druck setzen, aber auch mit 5 Mittelfeldspielern die Hoheit im umkämpften Mittelfeld gewinnen. Zu diesem Systemwechsel scheinen kaum Auswechslungen notwendig zu sein, da die eingesetzten Spieler sich flexibel auf ihren bevorzugten Positionen verhalten können.

Viktoria tritt vergleichsweise eindimensional auf. Es ist laut tm.de lediglich ein System im Verlaufe der Saison erkennbar, das Viktoria allerdings gelernt hat zu beherrschen: 4-2-3-1. Mit der Flügelzange Eichmeier/Golley/Holzweiler und Koronkiewicz/Gottschling/Candan ist sie zu dem in der Lage den Spielaufbau über Wunderlich zu erleichtern und das Spiel auf gefährliche Weise immer wieder in die Breite zu ziehen, was es dem Gegner schwer macht, Wunderlich aus dem Spiel zu nehmen oder sich generell auf eine Seite zu konzentrieren. Vom ständigen Rochieren der offensiven Außenspieler ganz zu schweigen.

Da jedoch die linke Seite der Flügelzange verletzungsbedingt ausfällt hat das eingespielte System einen entscheidenden Mangel zu verkraften. Jena wird in der Lage sein sich taktisch an Viktoria anzupassen, auch wenn die noch etwas offensivere dritte Variante, 3-5-2, die Jena zum Saisonausklang 2x versuchte zu spielen, zu zwei Niederlagen führte.

Fazit: Jena wechselt flexibel zwischen zwei Systemen, ist darin eingespielt, kann sich auf den Gegner individuell einstellen. Ein deutlicher Vorteil aus meiner Sicht.


4. Defensive und Offensive unter der Lupe

Defensive
Jenas Defensive sucht seinesgleichen in der Regionalliga. Mit 25 Gegentoren steht Jena wie Elversberg (22) und Unterhaching (23) hinten bombensicher. Viktoria hingegen stellt unter den Aufstiegskandidaten die mit Abstand durchlässigste Abwehr (42 Gegentore).

Jenas Viererabwehrkette ist eingespielt und geht robust zu Werke (was man an Sünderkartei und Fairnesstabelle nur bedingt ablesen kann). Mit den beiden Innenverteidigern Klingbeil (Abwehrchef, 66 Einsätze für den HSV in Bundesliga und Europapokal) und Gerlach sowie den beiden Außenverteidigern Gros und Kühne steht ein Bollwerk auf dem Platz, das in der Saison auf insgesamt 120 Einsätze kommt (von 136 möglichen). Viktoria hat hingegen mit 50% verletzungsbedingtem Ausfall lediglich eine neuformierte Viererabwehrkette aufzubieten, die insgesamt auf 69 Einsätze kommt, aber nur in jeweils 1 Spiel eine der drei möglichen neuen Formierungen einspielen konnte.

Bemerkenswert auch Jenas Gegentore im zeitlichen Verlauf. An den ersten 13 Spieltagen (40% der Saison) wurde nur 1 Gegentor vermeldet, dann konnte Jenas defensiver Masterplan in der Regionalliga Nordost entschlüsselt werden und es folgten im weiteren Verlauf der Spieltage 14 bis 34 (60% der Saison) weitere 24 Gegentore. Bis zur Winterpause kassierte Jena insgesamt 3 Gegentreffer, in diesem Kalenderjahr 22. Bei Viktoria sieht es genau anders aus: bis zu Spieltag 13 gab es 19 Gegentore, 26 weitere Tore bis Saisonende. 8 Weitere Gegentore (insgesamt 27) gab es bis zur Winterpause, es folgten in diesem Kalenderjahr weitere 15 Gegentore. Die Abwehr stabilisierte sich im Verlaufe der Saison. Doch seit dem Ausfall von Reiche und Eichmeier kehrte sich bei Viktoria dieser Trend um. Von den 15 Gegentoren in diesem Kalenderjahr fiel ein Drittel in den letzten drei Spielen, als eine neue Abwehrkette gesucht wurde.

Viktoria ist es gewohnt das Spiel zu dominieren. Die Abwehrkette steht hoch und erst mit dem Saisonverlauf hat sie mühsam gelernt die extreme Konteranfälligkeit abzulegen. Mit Neuformierung der Abwehr kann möglicherweise durch fast nicht vorhandener Abstimmung diese alte Schwäche wieder zum Vorschein kommen, ebenfalls die auffällige Anfälligkeit nach Standardsituationen. Entweder geht Viktoria diess Risiko ein oder sie wird von der gewohnten Dominanz abweichen und das Spiel gestalten, wie sie es nicht gewohnt ist, sich also dem Gegner anpassen. Selbst Löw musste in entscheidenden Spielen erfahren, dass nicht einmal Nationalspieler eine solche deutliche Abweichung umsetzen können.

Fazit: Extremer Vorteil bei Jena!


Offensive
Viktoria stellt mit 91 erzielten Toren nach Unterhaching (95 Tore) den mit Abstand besten Angriff. Jena kommt lediglich auf 68 Tore. Verantwortlich hierfür sind Wunderlich (29 Tore/19 Vorlagen), Candan (8/3) und Backszat (7/6). Die Torschützen Nr. 2 (Kreyer (12/10) und 3 (Golley (9/7) fallen wie bereits mehrfach erwähnt aus.

Jenas Torschützen sind allesamt einsatzbereit. Thiele (14/11), Starke (11/7) und Joker Buval (10/2) haben zusammen rund 52% aller Tore erzielt. Mit Buval stellt Jena zudem den erfolgreichsten Joker der Liga: 7 Tore nach 20 (!) Einwechslungen. Lediglich 8 Startelfeinsätze (2 Tore) stehen dem gegenüber. Auf Viktoria-Seite stellt Candan den Muster-Joker: Nach 12 Einwechslungen hat er 3 Tore erzielt.

Fazit: Jenas Sturmspitze Thiele kann beeindrucken, wobei er in seinen 31 Auftritten lediglich 26x in der Startelf stand (5x eingewechselt) aber rund die Hälfte der Spiele nicht über 90 Minuten absolvierte (10 Auswechslungen). Ein Konditionsproblem? Vom Joker abgesehen, konzentriert sich Jenas Tormaschinerie also auf nur 2 Spieler. Bei Viktoria ist es allerdings kaum anders: Wunderlich erzielt allein 32% aller Tore, und unter Einbeziehung der nicht einsatzfähigen Kreyer und Golley verteilen sich lediglich 45% der Tore auf alle anderen Spieler. Auch hier lässt sich eine Ausrechenbarkeit erkennen.

Jena wird nachgesagt, sie können nicht das Spiel machen und demnach nur schwerlich Rückstände aufholen.

Fazit: Wegen der individuellen Klasse Wunderlichs und hohem spielerischem Potenzial der Mannschaft mit ihm und um ihn herum gegen zweikampfsuchende und spielersich auszuhebelnde Jenaer hier ein übergewichtiger Vorteil Viktorias. Der einzige, wenn ich zurückblicke.


Abschließende Bewertung: Jena geht aus diesen genannten Aspekten eindeutig (!) als Favorit in die Relegation. Viktoria bleibt allenfalls die Außenseiterrolle. Es müssen schon einige Dinge zusammenkommen, die Viktoria den Aufstieg in die 3. Liga ebnen könnten. Meinerweingkeit als glühender Viktorianer sind diese Dinge auf den ersten und zweiten Blick verborgen.

Dazu noch die Benachteiligung in Auslosung und Zuschauerzuspruch im eigenen Stadion. Unter normalen Umständen bzw. gleichen Bedingungen wäre die Favoritenrolle nicht eindeutig festzustellen, oder eher Viktoria zuteil geworden.

Und Vorsicht: die Jenaer Fans werden von Jena-Experten als "besessen" (wörtlich "freundliche Ausdrucksweise", Heiko Scholz) und "fanatisch" (Andreas Zimmermann) bezeichnet! Eine brisante Kombination: Besessenheit/Fanatismus + Mehrheit im Gaststadion + Showdown auf dem Platz = Horrorszenario für Ordnungshüter.

Nachtrag: Noch ein weiterer Aspekt könnte morgen für Viktoria sprechen, das Wetter. Es werden ab 14 Uhr 30 Grad vorhergesagt bei steigender Luftfeuchtigkeit. Jenas gewohnte kampfbetonte Spielweise wird unter diesen Bedingungen schwer über 90 Minuten durchführbar sein. Wer Ball und Gegner laufen lassen kann wird im Vorteil sein. Nur sollte sich das ebenfalls vorhergesagte Gewitter etwas verspäten und die Jenaer 2 Stunden später heim begleiten  cool
« Letzte Änderung: 27. Mai 2017, 20:46:06 von Speedy » Gespeichert
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« Antworten #467 am: 26. Mai 2017, 10:47:32 »

Zitat
Mit Viktoria Köln kämpft Fatih Candan bereits am Sonntag im Hinspiel der Relegation gegen Carl Zeiss Jena (14 Uhr, LIVE! auf kicker.de) um den Aufstieg in die 3. Liga. Er selbst wird aber unabhängig vom Ausgang der Duelle mit den Thüringern weiter in der Regionalliga auf Torejagd gehen. Der TSV Steinbach sicherte sich für die kommenden zwei Jahre die Dienste des Angreifers. Als Grund für seinen Wechsel gab er unter anderem an, bei Steinbach auf seiner Wunschposition spielen zu können.

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« Antworten #468 am: 27. Mai 2017, 05:48:07 »

Wahr oder Fake News? Wer streut einen bevorstehenden Vereinswechsel unmittelbar vor einer entscheidenden Relegation? Viktoria  selbst? Oder Steinbach, das mit Viktoria in kooperativem Verhältnis steht? Soll sich Jena sicher sein, dass Candan nicht mehr eingesetzt wird und kann Jena mit Jansen als Kreyer-Ersatz rechnen? Oder ist es doch anders? Candan ist ein Vollprofi. Er pflügt das Feld um bis zum Schlusspfiff, immer für seinen Verein, bis zum Vertragsende.

Ein geschickter Schachzug allemal  cool
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« Antworten #469 am: 28. Mai 2017, 07:03:24 »

Noch 7 Std. und 4 Min. bis zum großen Showdown zwischen Viktoria und Jena!


Und noch 6 Std. und 4 Min. bis zum kleinen Showdown.

Si, der Terminplan hat heute auch einen kleinen Showdown vorgesehen. Viktorias B-Jugend spielt nach einer guten Saison heute ab 13 Uhr im Saisonfinale der Junioren-Bundesliga um den Klassenerhalt. Die A-Jugend ist bereits aus der Junioren-Bundesliga abgestiegen. Sie konnte sich im Showdown gegen RWE auswärts nicht durchsetzen und erreichte in einem spannenden Spiel nur ein 2:2. Die weitere Folge: auch RWE steigt aus der A-Junioren-Bundesliga ab.

Heute treffen beide Vereine erneut aufeinander. Abermals geht es für beide um den Klassenerhalt. Der Unterschied: Umgekehrte Vorzeichen. Viktoria hat sich am vorletzten Spieltag mit einem hervorragenden 4:0-Auswärtssieg beim Überraschungsaufsteiger Hombrucher SV nach insgesamt 18 von 25 Spieltagen im Tabellenkeller auf einen Nicht-Abstiegsplatz geschoben und damit RWE unmittelbar auf den ersten Abstiegsplatz rutschen lassen. Drei Punkte Vorsprung, aber ein schlechteres Torverhältnis (-10 vs. -1) für Viktoria lassen Schnellrechner erkennen: ein Unentschieden reicht. Mit einem Sieg hingegen kann Viktoria auch die B-Jugend von RWE in die Niederrheinliga befördern, wie schon mit dem mageren 2:2 der A-Junioren. Hier bauen sich langfristige Fanfreundschaften zwischen beiden Vereinen schon in der Jugend auf ....

Verliert Viktoria, dann kann die Klasse dennoch gehalten werden, wenn gleichzeitig Arminia Bielefeld das Heimpsiel gegen Bayer Leverkusen (Platz 3) verliert oder der Hombrucher SV das Auswärtsspiel beim 1. FC Köln (Platz 4) nicht gewinnt. Übermächtig scheinen die Gegner der Konkurrenten an diesem letzten Spieltag nicht mehr zu sein, da die Sommerpause doch allzu nah ist und die Leistung der großen Namen auf dem Platz versanden könnte ....

Ein Punkt ist also Pflicht. Mit dem Klassenerhalt der B-Jugend, die ab nächster Saison übrigens von Inka Grings trainiert wird, die erste Frau meines Wissens, die im Deutschen Fußball eine Herrenmannschaft (bueno, Bubenmannschaft) leitet, könnte Viktoria möglicherweise auch in der nächsten Saison in zwei von den drei höchsten Junioren-Ligen vertreten sein, da die C-Jugend derzeit die Tabelle der Mittelrheinliga anführt und der nächste Schritt zum Aufstieg in greifbare Nähe rückt. Leider wird die C-Jugend von Fortuna Köln die Klasse wohl nicht halten können, es hätte dann zwei Stadt-Derbies geben können....
« Letzte Änderung: 28. Mai 2017, 07:31:12 von Speedy » Gespeichert
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« Antworten #470 am: 28. Mai 2017, 07:33:09 »

Noch 6 Std. und 28 Min. bis zum großen Showdown
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« Antworten #471 am: 28. Mai 2017, 23:28:47 »

und nu 2:3??? muß man auswärts 2:0 gewinnen, ne ne ne
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« Antworten #472 am: 01. Juni 2017, 07:17:12 »

Relegation Teil 2


Was hat die Relegation in drei Spielklassen bislang eingebracht?

1. Eine Relegation vorentscheidende doppelte Fehlentscheidung von Schiedsrichter Sascha Stegemann (Kicker-Note 6) im Hinspiel Wolfsburg/Braunschweig. Zitat Lieberknecht: "Es ist eine Entscheidung, die weh tut. In diesem Moment ist eine Saison am Arsch."
2. Zuschauerausschreitungen kriminellster Art: Schmähgesänge, Böller (mit Verletzungsfolge), Platzsturm, Bengalos in Braunschweig und Spielunterbrechung in München: Böller, Geschosse von Fahnenstangen, Sitzschalen, Feuerzeugen, Bierbechern unter Beifall von Fans, mutwillige Beschädigung des Auffangnetzes, hohes Gefahrenpotenzial für Spieler, 1.000 Polizisten in schwerer Kampfmontur mit 10 leicht Verletzten, Fast-Spielabbruch, Spielfortsetzung nur aus polizeilich relevanten Gründen
3. Zum zweiten Mal hintereinander in der Relegation gescheitert: Waldhof Mannheim und Elversberg
4. Nach 34 Spieltagen Entscheidung über den Aufstieg nach torlosen 210 Minuten im Elfmeterkrimi (Meppen/Mannheim)
5. Verletzte Spieler: Ntep (Muskelfaserris, Wolfsburg), Kumbela (Muskelverletzung, Braunschweig), Thiele (Knöchelverletzung, Jena) und insgesamt 5 Platzverweise
6. Lospech: Elversberg hatte schon vor Anpfiff gegen die Überflieger aus Unterhaching keine Chance
7. Dreckige Spielweise, um sich den Aufstieg aus Mangel an technischen Fähigkeiten zu erschleichen (später mehr)

In England geht es in den Aufstiegsplayoffs zur Premier League um Verdienen oder Nichtverdienen von rund 200 Mio. EUR. FAIRPLAY wird in diesem Land groß geschrieben. In Deutschland geht es um viel weniger, dennoch werden mittlerweile alle Register gezogen um Aufstieg zu erreichen oder Abstieg zu verhindern. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die nächste Eskalationsstufe erreicht wird. Die neue Deutsche Fankultur, ob selbst entwickelt oder von Außen gesteuert, kennt keine Hemmungen mehr. Es ist ihr mittlerweile so ziemlich alles zuzutrauen.


Wo steht Viktoria nach dem ersten Relegationsspiel der Vereinsgeschichte?

Mit dem Rücken zur Wand. Eine unglückliche 2:3-Niederlage im Hinspiel am vergangenen Sonntag und der Platzverweis des Ausnahmekickers Wunderlich in der 6. Minute der Nachspielzeit lässt Viktoria nur noch einen Türspalt offen, um am heutigen Tag (ab 17 Uhr live im MDR) den Aufstieg in die 3. Profiliga zu erreichen.

Die erste Halbzeit lieferte das Streichergebnis, wären wir im Pferdesport und nicht im Fußball. Eine solche Halbzeit voller Nervosität und eklatanter Abwehrfehler hat es im Fußball bei solch entscheidenden Spielen selten bis noch gar nicht gegeben. Erst der Ausflug von Viktorias Torwart Kühn Richtung Strafraumeck, wo er den vor Spielbeginn gesprengten Rasen unterschätze, ausrutschte und den herannahenden Ball verfehlte. Jenas Stürmer Thiele hingegen bekam hinter der Strafraumlinie den Ball vor die Füße und beförderte ihn aus spitzestem Winkel artistisch im Fallen mit dem Außenrist ins leere Tor. Wenige Minuten später ein zu kurzer Rückpass von Schwarz Richtung Kühn, den ein Jenaer erlaufen konnte. Torwart umspielen und erneut ins leere Tor einschieben war nur noch Formsache. Viktoria bekam das Spiel nicht in den Griff, auch nicht der Schiedsrichter, der die offensichtlich "schmutzige" Zweikampfführung der Jenaer nicht durchschaute und viele Aktionen weiterlaufen ließ, oder unterbrach, aber nicht (ausreichend und foul-unterbindend) bestrafte. So kam es zu nur (!) 4 Gelben Karten für Jena nach Foulspiel, während Viktoria insgesamt 3 Gelbe Karten erhielt wegen Meckerns über die rohe Spielweise des Gegners und nachlässige Schiedsrichterentscheidungen.

Viktorias Straßenfußballer Golley und Wunderlich wurden mehrfach weggeflext und sollten vom Schiedsrichter nicht geschützt werden. Nach dem 5. Foul an Golley innerhalb der ersten 37 Minuten erhielt erst der zweite Jenaer eine Verwarnung. Ein Spiegelbild der Unfähigkeit des Schiedsrichters ist eben dieses 5. Foulspiel, im Mittelfeld an der Außenlinie von Jenas Kühne an Golley, in der WDR-Zeitlupe besonders gut zu erkennen: Golley führt den Ball von seinem Gegenspieler weg, sein Blick richtet sich zu anspielbaren Mitspielern, da rauscht Kühne an mit den Stollen voraus und trifft Golley am Knie, fern des Balles. So sieht für Meinewenigkeit Vorsatz aus. Die daraus resultierende Verwarnung hätte unmissverständlich Rot lauten müssen. Man konnte das gesamte Spiel den Eindruck gewinnen, dass die rohe, grenzwertige bis grenzenüberschreitende Zweikampfführung unter billigender Inkaufnahme von Verletzungen bei Spielern der Viktoria Teil der Vorgaben waren, die Jenas Trainer seinen Spielern mit auf den Weg gegeben hat, – als hätte Jena Nachhilfe bei Union Berlin genommen – um ihre limitierten technischen Fähigkeiten zu kompensieren und den Gegner zu provozieren ....

.... was letztendlich auch bei Wunderlich funktionierte, der in der Nachspielzeit entnervt offensichtlich eine heftigere Beleidigung gegenüber Jenas Eisman aussprach und Rot dafür sah. Seit Materazzi wissen wir, dass einer strafwürdigen Aktion auch eine strafwürdige Provokation vorausgehen kann, und je heftiger die Aktion, desto wahrscheinlicher auch eine Provokation, die dem Schiedsrichter gerne zu entgehen pflegt.

Abschließend noch zum Spielverlauf der zweiten Halbzeit: Viktoria, dem Druck in der ersten Halbzeit nicht gewachsen, kam mit neuem Schwung aus der Kabine. Wunderlich, sichtlich motiviert, vergeigte weitere klare Chancen, bis durch einen blitzsauberen Konter das 0:3 fiel. Viktoria rappelte sich abermals auf und ließ zwei Tore folgen, drückte auf das Unentschieden gegen bereits erschöpfte Jenaer. Die klarste Chance vergab Wunderlich in der Nachspielzeit frei vor dem Torwart.

Die Nachspielzeit: Jenas Top-Stürmer verletzte sich in einer Aktion, die so hätte nicht zustande kommen müssen. In der Viktorianer Hälfte an der Außenlinie schlug er den Ball im Vollspann als Zeitspielaktion gedacht mit einer Wucht über die Tribüne, als wollte er für Härte und Weite dieses Schusses den Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde erzwingen. Sein Bleifuß traf auch einen Viktorianer, selbstverschuldeter Mittelfußbruch die erste Vermutung.

Ein kurzes Wort zu den Fanlagern: es blieb eine friedliche Veranstaltung.


Was nach diesem ereignisreichen Spiel hängengeblieben ist:
- Viktorias Chancen auf den Aufstieg sind nach Wunderlichs Platzverweis erheblich gesunken. Wie schwer der Ausfall wiegt zeigt seine Torbeteiligung in der RL-Saison: 29 Tore, 19 Vorbereitungen in 33 Spielen bei insgesamt 91 Toren (42%).
- Dieser Ausfall lässt aber auch einen Vorteil Viktorias erkennen: Viktoria mit Wunderlich ist ausrechenbar, ohne Wunderlich kann sich Viktoria von einer Seite zeigen, die Jena bei all ihren Spielbeobachtungen und -analysen nicht vorhersehen kann
- Viktorias Moral ist intakt. Trotz 0:3-Rückstand am Ende des Spiels noch dem Ausgleich nahe, lässt vermuten, dass im Rückspiel noch etwas zu holen ist
- Eklatante Abwehrfehler können sich rein nach der Wahrscheinlichkeitstheorie nicht schon im nächsten Spiel wiederholen
- Erfahrung macht den Meister. Schlechte Erfahrung hat Viktoria zu genüge gesammelt, wird daraus gelernt haben und die Konsequenzen im Rückspiel ziehen. Beispielsweise Kurzpassspiel, um Jena ins Leere grätschen zu lassen; einstudierte Spielzüge, um Jena ins Leere laufen zu lassen; effiziente Chancenverwertung, um Jena alt aussehen zu lassen; in Führung gehen, weil Jena mit limitierten Fähigkeiten keinen Rückstand aufholen kann; und Führung ausbauen, um Jena vor eigener Kulisse weiter unter Druck zu setzen
- Jenas einstudierte, brandgefährliche Standardsituationen, insbesondere Eckbälle, müssen vermieden werden
- Viktorias Erfolg hängt von einer soliden Schiedsrichterleistung ab. Mit Robert Schröder, 18 Einsätze in Liga 2 und Liga 3 in dieser Saison könnte es funktionieren. Es hätte aber auch ein Bundesliga erfahrener sein können, so wie mit Guido Winkmann das Spiel Mannheim/Meppen bedacht wurde.

Die zweite Halbzeit konnte mit 2:1 gewonnen werden. Nun geht es darum, diesen Trend fortzusetzen und auch die dritte Halbzeit und die vierte Halbzeit mit einem Tor Vorsprung zu gewinnen. Ran an den Speck, Viktoria!

Wie geht das Rückspiel zwischen Jena und Viktoria heute Nachmittag aus?
Das frage ich mal in die Runde der Viktoria Köln Ehrenmitglieder ....
« Letzte Änderung: 01. Juni 2017, 13:10:01 von Speedy » Gespeichert
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« Antworten #473 am: 01. Juni 2017, 08:57:23 »

Und noch ein Satz zum kleinen Showdown:
Viktorias U17-Buben haben die Klasse durch einen überzeugenden 4:2-Sieg über RWE erhalten. RWE steigt aus der B-Junioren-Bundesliga wie auch aus der A-Junioren-Bundesliga in die Niederrheinliga ab. Inka Grings wird somit erst Junioren-Bundesliga-Trainerin im Deutschen Fußball sein.
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« Antworten #474 am: 04. Juni 2017, 08:38:04 »

Jena - Viktoria 0:1

Reicht aber nicht. Die Europapokalarithmetik macht es möglich, dass der Meister der Regionalliga West nicht aufsteigen darf.


Rückblick

Im Rückspiel galt es einen Rückstand von 2:3 aufzuholen, ohne den Ausnahme-Kicker Wunderlich, ohne weitere drei Stammkräfte, die bereits im Hinspiel fehlten. Hinzu zu kam noch unmittelbar vor der Halbzeitpause der Achilleessehenriss von Brzenska, Ersatz für Reiche bzw. Schwarz. Offensiver Mittelfeldspieler Fiore wurde infolgedessen als 3. Option in die Innenverteidigung neben Lanius gestellt. Eine überraschende, aber eine funktionierende Lösung. Verletzungspech bleibt Viktoria also treu. Gleichfalls überraschend der Wechsel auf der Torwartposition. Die bisherige unumstrittene Nr. 1 in der Saison, Kühn, wurde durch die Nr. 2 ersetzt, Monath. Er machte seine Sache gut, bis auf einen Irrlauf im Strafraum, der stark an den von Kühn im Hinspiel erinnerte – dieser hier blieb jedoch folgenlos.

Insgesamt machten es die Viktorianer sehr gut. Sie fanden ein ausgewogenes Maß Jena annähernd 90 Minuten unter Druck zusetzen (das muss man erst einmal auf die Reihe bekommen), ohne den Gegner zu zwingenden Konterchancen einzuladen. Für die Konteranfälligkeit der Viktoria im Verlaufe der Saison eine mehr als beachtliche Leistung. Vorne hingegen setzte Viktoria ihre Sturmmisere aus dem Hinspiel fort. Chancen wurden versiebt, darunter auch hochkarätige. Das Verletzungspech in der 42. Minute, als Brzenska ausgewechselt werden musste, setzte noch einmal Kräfte frei für die zweite Hälfte. Eine Jetzt-erst-recht-Mentalität machte sich breit.

Jena fand insgesamt ein verantwortungsvolleres Maß im eigenen Zweikampfverhalten. Lediglich Golley bekam regelmäßig einen mit, was ihn ähnlich wie Wunderlich im Hinspiel im Verlaufe des Spiels auf die Palme brachte. Schiedsrichter Schröder zeigte eine souveräne Leistung, hat sich ganz im Gegensatz zum Vorgänger für höhere Aufgaben empfohlen. Er konnte auch Golley frühzeitig davon überzeugen, dass ER die Zweikämpfe bewertet, und niemand anders. Kurz vor Schluss gelang Candan, der tatsächlich nach dieser Saison zu den ambitionierten Steinbachern in die RL Südwest wechselt, die hochverdiente Führung. Das entscheidende zweite Tor wollte allerdings nicht mehr fallen, obwohl die Jenaer mit ihrer mäßigen Kondition wie schon im Hinspiel zu kämpfen hatten.

Die von Experten als fanatisch und besessen bezeichneten Fans Jenas blieben während des Spiels friedlich. Durchgängige Pfiffe gegen Golley waren allerdings unangebracht. Außer der nach dem gesperrten Wunderlich technisch versierteste Spieler bei Viktoria zu sein, hat er nichts verbrochen. Das allerdings reichte dem Publikum schon und trug seinen Teil dazu bei, die Leuchttürme der Viktoria zu zermürben. Eine Mentalität, wie man sie in den meisten Stadien Deutschlands erfreulicherweise nicht vorfindet.

Der beste Mann neben dem Platz ist der Kommentator des MDR gewesen. Um Längen dem des vom WDR am Sonntag abgestellten überlegen, zeigte er eine besonnene Fast-Neutralität und erwies sich als überaus fachkompetent, ganz im Gegensatz zum WDR-Kommentator, der seine Vorbereitung offensichtlich aus Quellen von Revolverblättern bezog. Man hätte am Sonntag den Anschein haben können, als wäre Viktoria allein mäzengesteuert, Jena nicht, so oft wurde Wirtschaftsratsmitglied Wernze ins Bild gebracht und mit entsprechenden Kommentaren versehen. Jenas Pendant, mit seiner Firma Inhaber von 95% der ausgelagerten Spielbetriebs GmbH Jenas, ließ sich offensichtlich nicht blicken, auch nicht in Jena, wurde aber vom MDR-Kommentator wenigstens thematisiert.

Sucht man Verantwortliche für den verpassten Aufstieg, so findet man im Hinspiel eine desolate Abwehrleistung, gespickt mit unsicheren Aktionen insbesondere in der ersten Halbzeit, gepaart mit einer über 96 Minuten andauernden indiskutablen Leistung eines an sich erfahrenen Schiedsrichters, der zu keiner Zeit Herr über das Geschehen war. Klingt jetzt nach Fehlersuche außerhalb der Mannschaft, doch als entscheidender Einflussfaktor hervorhebenspflichtig. Mit einer härteren Gangart des Schiris wäre Jena so manche Aktion bitter aufgestoßen.

Im Nachhinein betrachtet hatte die Verletztenmisere zur Unzeit den größten Anteil an der mangelnden Durchschlagskraft der Viktorianer. An der Erweiterung des Kaders gilt es zu arbeiten, und so hat Viktoria am Wochenende die ersten Neuverpflichtungen gemeldet. Auf der Torwartposition scheint es einen Wechsel zu geben: Die neue Nr. 1 kommt von TUS Koblenz, Sebastian Patzler, inoffiziell zum besten Torwart der RL Südwest der vergangenen Saison gekührt. Die Torhüter Monath und Pellatz verlassen den Verein. Weitere Abgänge: Lejan, Jerat und Brzsenska, die allesamt ihre Karriere beenden. Letzterer wird als Co-Trainer weiterbeschäftigt. Neu im Team auch zwei Düsseldorfer: Leander Goralski für die Innenverteidigung und Hendrik Lohmar für das offensive/defensive Mittelfeld. Ein vielseitiger Mann in der Zentrale. Es sollen noch bis zu 4 Neue folgen.


Ausblick

Viktoria ist dabei, sich auf allen Positionen einen absolut Drittliga tauglichen Kader zu verschaffen, was sie somit zum Top-Favoriten der nächsten Saison machen wird. Möglicherweise wäre zum heutigen Zeitpunkt der Aufstieg für manche junge Wilden noch zu früh gekommen. So hat Trainer Antwerpen, der in seiner ersten Saison bei Viktoria einen hervorragenden Job gemacht hat, mehr Zeit, seine Mannschaft weiterzuentwickeln. Die Integration von Neuzugängen scheint ebenso eine seiner Stärken zu sein. Hilfreich dabei die Erfahrung aus zwei Relegationsspielen: Viktoria hat ganz im Gegensatz zum Hinspiel erst im Rückspiel gezeigt, das sie mit Extremdruck umgehen kann. In entscheidenden Spielen der bevorstehenden Regionalligasaison werden sie auf diesen Erfahrungswert zurückgreifen müssen, ein Vorteil wie ein 12. Mann.

Die Schärfung des Kaders tut auch Not, denn die Konkurrenz in der Liga schläft nicht. Vor allem Rödinghausen und Aufsteiger KFC Uerdingen haben bereits mächtig aufgerüstet, und das Transferfenster ist noch nicht einmal geöffnet. Paderborn scheint der Liga erspart zu bleiben. Beim BVB II gibt es wie jede Saison einen größeren Umbruch. RWE will aus Kostengründen erneut mit dem kleinsten Kader aller Regionalligisten auflaufen, was diesen Verein aber nicht davon abhält weiter an der Qualität zu schrauben und Top-Verpflichtungen zu tätigen. RWO wird wie Wattenscheid definitiv kleinere Brötchen backen – beide gehen finanziell angeschlagen in die Saison, sind zu wirtschaftlichen Aktivitäten verpflichtet. Die Alemannia hat Insolvenz angemeldet, die Creme der Mannschaft steht bereits bei anderen Vereinen unter Beobachtung, einige sind gar schon weg. Was sich Wuppertal und Bonn für die neue Saison ausrechnen bleibt noch offen. Verdächtig still um diese beiden Vereine, zumindest was Aktivitäten auf dem Transfermarkt betreffen. Die Ruhe vor dem Sturm? Alles andere als Aufstiegsambitionen beim WSV würde mich wundern.

Auf geht's nun in eine längere (regionalliga)fußballfreie Sommerpause.

Recuerdos,
Speedy
« Letzte Änderung: 04. Juni 2017, 09:06:51 von Speedy » Gespeichert
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« Antworten #475 am: 07. Juni 2017, 10:17:28 »

Hallo Speedy,

mein Beileid. Leider hat man sich in Spiel 1 auch ein bisschen selbst geschlagen. black

An dieser Stelle möchte ich mich mal für deine Verdienste im Forum bedanken. Keiner schreibt mehr so ausführlich und engagiert hier.
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Speedy
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« Antworten #476 am: 07. Juni 2017, 12:37:51 »

Zitat
An dieser Stelle möchte ich mich mal für deine Verdienste im Forum bedanken.
Gracias.  big daumen

Zitat
Keiner schreibt mehr so ausführlich und engagiert hier.
Das gibt mir auch zu denken. Aber für euch zwei Leser, dich und Coach, als zukünftige Sponsoren von Viktoria wink kann man sich schon mal einen Kater schreiben. Wenn ich so einen Blick auf die Anzahl Aufrufe werfe, müsst ihr zwei ja mein Geschreibsel täglich mehrmals aufrufen .... Lernt ihr das auswendig oder was macht ihr damit?  clown
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« Antworten #477 am: 07. Juni 2017, 17:45:52 »

Das verrate ich nicht
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« Antworten #478 am: 11. Juni 2017, 12:22:25 »

Lesen tue ich das auch noch cool
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Speedy
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« Antworten #479 am: 14. Juni 2017, 16:43:48 »

Dann bist DU der mit dem nervösen Finger  wink
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