Copa Mundial - das Forum zum Spiel

Off Topic => Copa-Poker-Abend => Thema gestartet von: Speedy am 16. November 2009, 12:08:37

Titel: Forumsdiskussionen - Teil 2
Beitrag von: Speedy am 16. November 2009, 12:08:37
Abstimmung: Zähmung der Wilden Sau - neue Regelung beim CPA (Dez. 2008)

(2) 30 Min vor Letzter Hand 2x Aussetzen (Verzögerung)    0 0.00% (4) 60 Min vor Letzter Hand Rebuy max 1.000 und 30 Min vor Letzter Hand Rebuy max 500 (Beschränkung)    0 0.00% (7) 30 Min vor Letzter Hand RAUS (Rebuy-Verbot)    0 0.00% (1) 60 Min vor Letzter Hand 2x Aussetzen (Verzögerung)    1 9.09% (5) 60 Min vor Letzter Hand Rebuy max 1.000 UND ZUSÄTZLICH 2x Aussetzen (Kombination Verz/Beschr)    1 9.09% (3) Ab 3. Rebuy max. 1.000 (Beschränkung)    2 18.18% (6) 60 Min vor Letzter Hand Rebuy max 1.000 UND 30 Min vor Letzter Hand ZUSÄTZLICH 2x Aussetzen (K)    3 27.27% (  Keine Änderung der bisherigen Regelung    4 36.36%

(1) und (2) Rebuy-Verzögerung
2x Aussetzen ab 60 oder 30 Min. vor Letzter Hand

Zitat- Mitzählen durch/beim Tischnachbarn erforderlich
- Hat erst in den allerletzten Minuten vor Letzter Hand Einfluss auf die Wilde Sau, vorher ohne Bedeutung (Batigol, Speedy)
Rebuy-Verzögerung schreckt nicht davor ab, dass "Pleitegeier" nach Absitzen der Aussitzrunden mit vollem 2.000 Rebuy die verlorene Zeit aufholen und durch konsequentes All-in den Pot zu hoch anfüllen helfen und die Wilde Sau damit zusätzlich anheizen (Speedy)

(3) Rebuy-Beschränkung
Ab 3. Rebuy: max. 1.000
Zitat- Zuverlässiges Mitzählen durch/beim Tischnachbarn erforderlich (Speedy)
- Stack-Rückstand vergrößert sich bei Erreichen des 3. Rebuys weit vor der Letzten Hand [Perspektivlosigkeit/Langeweile/Frust/Aufgabe] bei Nachzüglern [oder Pechvögeln] (Batigol, Speedy)
- Risikobereitschaft sinkt, Abwarten auf Premium-Hand (Moddinho, Speedy)
- Einfluss der ziel- und regelungebundenen Copafremden steigt (Moddinho, Speedy)
- Mit 1.000 Rebuy kommt gerade in der letzten halben Stunde ein "Pleitegeier" zu schnell ins Spiel zurück, kann mit zu erwartendem All-in den Pot zu hoch füllen und die Wilde Sau weiter anheizen (Speedy)

(4) Bei Pleite 60 Min. vor Letzter Hand Rebuy maximal 1.000, 30 Min. vor Letzter Hand Rebuy maximal 500
Zitat- 500er-All-in bei Wilder Sau nicht abschreckend hoch genug für Mitspieler auch mit mäßiger Hand mitzugehen (Batigol, Graf Zahl)
- Verkappte Erhöhung der Blinds auf 500 in der letzten halben Stunde vor Letzter Hand (Graf Zahl)

(5) und (6) Kombination Rebuy-Verzögerung/Beschränkung
Bei Pleite 60 Min. vor Letzter Hand Rebuy maximal 1.000, 30 Min. vor Letzter Hand ZUSÄTZLICH 2x Aussetzen
Zitat- Mitzählen durch/beim Tischnachbarn erforderlich
- Aussetzen hat erst in den allerletzten Minuten vor Letzter Hand Einfluss auf die Wilde Sau (Batigol)
- Rebuy-Verzögerung schreckt nicht davor ab, dass "Pleitegeier" nach Absitzen der Aussitzrunden mit vollem 1.000 Rebuy die verlorene Zeit aufholen und durch konsequentes All-in den Pot zu hoch anfüllen helfen und die Wilde Sau damit zusätzlich anheizen (Speedy)

(7) Rebuy-Verbot (ab 30 Min. vor Letzter Hand RAUS)
Zitat- Risikobereitschaft sinkt, Abwarten auf Premium-Hand (Floh, Moddinho, Speedy)
- Ausscheidungsrennen, wer übrig bleibt [evtl. sogar passiv/disziplinierter ist?], der gewinnt (Moddinho, Speedy)
- Einfluss der ziel- und regelungebundenen Copafremden steigt mit jedem den Tisch verlassenden/inaktiven Copa-Pokerface (Moddinho, Speedy)

(8 ) Keine Änderung der bisherigen Regelung
Zitat- In letzten Minuten vor Letzter Hand wird das in fast 4 Std. erarbeitete Klassement noch völlig durcheinander gebracht
- Taktisches Pokern in Runden der Wilden Sau fast unmöglich
- Unter Umständen reichen einem Nachzügler 20 Min. vor Letzter Hand einzusteigen, um mit wenigen Sahne-Händchen aufs Treppchen oder zum Titel zu gelangen

Ergebnis:
Beteiligung
Mit 11 Stimmen von insgesamt 32 CopaMatadores, die stimmberechtigt waren, oder besser: potenziell stimminteressiert sein konnten, ist die Quote enttäuschend niedrig. Wenn man allerdings berücksichtigt, dass unter den 32 potenziell Stimminteressierten mindestens 21 trotz Copa-Pause regelmäßig im Forum vorbeischauen, wir haben kürzlich gelernt, die Dunkelziffer der "Geister" kann allerdings noch überraschend höher liegen, dann sieht die Quote mit 52% noch immer nicht gut aus, aber zumindest besser.

Unter den 21 potenziell Stimminteressierten UND regelmäßigen Forumgängern gibt es 13 Pokerfaces, die wenigstens 2x, und 10 Pokerfaces die mehr als 2x teilgenommen haben. Und insgesamt 9 Pokerfaces haben sich vorab an den zwei Tests inkl. Erfahrungsaustausch beteiligt. Vor diesem Hintergrund sieht die Beteiligung schon viel besser aus, also können wir diese Umfrage als durchaus repräsentativ bzw. repräsentativ im wesentlichen Teil ansehen

Erkenntnis 1 - Keine Attraktivitätssteigerung durch Regeländerung
Unter den 11 Stimmen haben sich zumindest 5 Pokerfaces (Vinnie, Moddinho, Coach, Dallas und Meinewenigkeit) versammelt, die häufiger dabei sind. Da von den einmaligen Teilnehmern niemand persönlich seine Stimme unten im Beitrag angekündigt hat, gehe ich mal davon aus, dass auch die 6 "Stimmgeister" eher zu den Mehrfachteilnehmern zählen, nur nicht genannt werden wollten  Daraus erschließt sich, dass auch durch eine Regeländerung nicht ein einziger Einmnal-Teilnehmer dazu bewegt werden könnte ein weiteres Mal teilzunehmen. An der Regel an sich wird das mangelnde Interesse am CPA bzw. die mangelnde Attraktivität bei den einmalig Teilnehmenden also eher nicht liegen. Dies wäre also kein Grund einen der 7 Regelvorschläge überhaupt einzuführen.

Erkenntnis 2 - Mehrheiten
Die auf den ersten Blick absolute Mehrheit hat sich für Vorschlag 8 entschieden - Keine Änderung. Diese Mehrheit ist nicht groß, und gerade mal 1 Stimme weniger hat Vorschlag 6 aufweisen können, was immerhin 27 % ausmacht. Hinzu kommt noch eine Stimme, die sich mit der verschärften Version des Vorschlages 6 identifiziert. Und so nehme ich an, dass diese Stimme dem Vorschlag 6 näher steht, als alle anderen Stimmen, die sich für den breiten Rest entschieden haben. Somit wären aus dieser Sicht Regelung 6 und 8 in der Mehrheit, insgesamt liegen sie bei 73% gegenüber anderen Vorschlägen, sind jenen deutlich überlegen.

Fazit: Was passiert bei annähernd Gleichstand?
Ähnlich dem, was in der Politik mit der großen Koalition gelöst wurde. Für den 11. CPA Ende dieses Monats soll eine Regeländerung zu Gunsten des Vorschlages 6 gelten. Vorläufig! Gibt es in der Nachbetrachtung zu diesem 11. CPA mehrere kritische Stimmen, dann kehren wir zu der alten Regelung zurück und belassen die Sau so wild wie wir sie in 10 CPAs gemacht haben.

Bueno, ich denke, dass diese Lösung dem breitgefächterten Ausgang der Umfrage gerecht wird.

Erfahrungen:
Dauer des Wettbewerbs:
Nach der Halbzeit setzte sicher mal eine Durststrecke ein, was die Dauer des Pokerabends länger erschienen ließ. In einer dazu gestarteten Umfrage (< HIER >) haben sich allerdings 11 Pokerfaces für 4 Std. Finalmodus entschieden, ganze 2 nur für 3 Stunden... Drum lassen wir's erstmal so und beobachten weiter, wie sich die Länge des Abends zu den Neuregelungen (bislang steigende Blinds) verhalten wird. Vielleicht könnten wir zur Halbzeit eine Pause von 10 Minuten einführen?

Steigende Blinds:
Genau, das war der Renner schlechthin. Nicht nur die Pötte wurden größer, auch die Copa-Fremdlinge beklagten den teuren pre-flop und sorgten ihrerseits für Fluktuation, die die geballte Copa-Pokerkompetenz oft unter sich spielen ließ. Mein Eindruck: Nur die besseren Fremdlinge übten Einfluss aus, alle anderen verpieselten sich bald. 

Rebuy-Beschränkung auf 1.000 Chips:
M.E. hat die Beschränkung enorm dazu beigetragen, dass die Runden der Wilden Sau bedächtiger, kontrolliert verliefen. Ein großer Umstand war sicher auch die Enge des Verfolgerfeldes. Doch die Furcht unter erschwerten Bedingungen von vorne beginnen zu müssen hielten einige davon ab, mit jeder Hand ein all-in rauszuwerfen, so mein Eindruck. Ich selbst geriet an den Rand eines Rebuys, habe mich angesichts der Konsequenzen zurückgehalten. Das Klassement entwickelte sich nicht erdrutschartig, wie in den 10 CPAs zuvor, sondern nur positionsweise. Dass Castillo seine Chips eine halbe Stunde vor Eintritt der Rebuy-Beschränkung raushaute, war dem Umstand zu schulden, dass er vom Tisch und die Chips vorher verteilen wollte - was sicher nicht die beste aller Lösungen war. 

2x Aussetzen:
Wäre angesichts des engen Feldes und des kontrollierten Spielverhaltens nicht notwendig gewesen. Verschärfte zwar die Situation, war aber für mich nicht leicht kontrollierbar. Erst nach Zugeben von Vinnie und einwurf von Graf wurde ich auf Vinnies Rebuy von 2.000 aufmerksam, und per Screenshot entdeckte ich, dass Zoidy maximal 1 Runde vor Rebuy aussetzen konnte (1 Minute). Ich könnte gut auf diese Regelung verzichten, allenfalls als einmalige Sanktion für einen 2.000-Rebuyer anwenden. 

Komplexität:
Kompliziert war's für mein Empfinden zu keiner Zeit (mal vom Aussetzen abgesehen). Regelneulinge können sich evolutionär mit den Neuerungen (steigende Blinds) vertraut machen. Auch für das Gewöhnen an die 1.000-Chips-Rebuy-Beschränkung ist eine volle Stunde Zeit. Wer allerdings als Regelneuling erst wenige Minuten vor der letzten Hand einsteigt (Vinnie, 23:45 Uhr, dafür hat er sich aber großartig geschlagen), für den kann das schon etwas anstrengend werden .... 
Muchas Gracias für die bisherig geschilderten Eindrücke. Dallas' Meinung wäre noch äußerst fruchtbar zu lesen ....

Nochmal zu Moddinho's zentralem Kritikpunkt des Einflusses von Copafremden bei Rebuy-Beschränkung von 1.000 Chips:
Ich sehe den Umstand von Badbeats im Spielverlauf weniger dramatisch. Denn das, was Dallas widerfahren ist, kann jeden zu jedem Zeitpunkt, außerhalb wie innerhalb der finalen Phase treffen. Nicht nur solche Pokerfaces, bei denen ein Rebuy dafür sorgt, den Wettbewerb von hinten aufrollen zu müssen, auch Chipaleader können von Badbeats betroffen werden, denn es ist nicht nur die Regel, an die sich die Copafremden nicht zu orientieren brauchen, sondern vielmehr noch das Ziel, das alle Copa-Pokerfaces erreichen wollen und dem Copafremden völlig abgeht. Bei allen zielorientierten Pokerfaces, nämlich um 24 Uhr Chipleader zu sein und sich CopaPokerAss nennen zu dürfen, verleiht der potenzielle Titel dem Einzelnen einen gesonderten Bezug zu seinem Stack bzw. zur verminderten oder erhöhten Risikobereitschaft in bestimmten Spielsituationen.

Einzig sage ich mir: Wer CopaPokerAss werden möchte, muss die Fähigkeit besitzen nicht nur Copa-Pokerfaces, sondern auch Copafremde "lesen" zu können, muss wissen, mit wem er sich auf einen Showdown einlassen darf. Und wenn es die Copafremden nicht gegeben hätte, dann wäre an der einen oder anderen Stelle die Luft raus gewesen! Diese Komponente am Pokerabend halte ich für äußerst reizvoll, mit allen Konsequenzen daraus. Und die steigenden Blinds haben schon deutlich zur Reduktion der Copafremden am Tisch geführt bzw. zur erhöhten Fluktuation bei jenen, so dass diese "Konsequenzen" wesentlich seltener aufgetreten sind und es wirklich nur zu Einzelphänomenen gekommen ist.

Der Erdrutsch (bzw. der Abrutsch des Chipleaders, der keine Lust mehr hatte, und das Aufrücken der Gewinner seiner Chips) im Klassement zwischen 22:45 und 23:15 Uhr hatte also EINE wesentliche Ursache, die in der Tat nichts mit den Regeln zu tun hatte. Doch gab es einen wesentlichen Unterschied zu den Erdrutschen der CPAs 1 bis 10: Hier konnten noch 45 Minuten lang Korrekturen angebracht werden, in allen anderen Fällen war mit dem letzten Erdrutsch auch das finale Klassement entstanden. Sogesehen hat der flüchtige Kollege nur eine Vorentscheidung verursacht, die zu Gunsten eines jeden hätte ausfallen können. Nur schade, dass ich in dieser halben Stunde nur Müll zwischen den Pfoten hatte 

Wenn Dallas noch seine Stellungnahme abgegeben hat, dann werde ich zu einer letzten Abstimmung zu diesem Thema schreiten und die Alternativen "Keine Änderung" und "Rebuy von 1.000 Chips 1 Std. vor Finaler Hand" angeben. Das mit dem Aussetzen hat bedeutsamen Einfluss auf die finale Phase, allerdings ist in dieser Phase die Kontrolle überaus schwierig bzw. können die potenziell entstehenden Diskussionen für Unfrieden sorgen. Ich lass es daher mal weg. Obwohl es besser als Nichts wäre....

Ich überlege noch, ob die Stimme nur dann gültig sein sollte, wenn diese im Beitrag/in der Unfrage "unterschrieben" würde  Anonym wäre dann also nicht möglich, was haltet ihr davon?

Wie lange soll ein Pokerabend dauern? (April 2008)

A: Finalmodus - 5 Stunden    0 0.00% B1: Qualimodus - Qualifikation - 2,5 Std.    0 0.00% B2: Qualimodus - Finale - 3,5 Std.    0 0.00% A: Finalmodus - 3 Stunden    2 6.25% B2: Qualimodus - Finale - 3,0 Std.    2 6.25% B2: Qualimodus - Finale - 2,5 Std.    3 9.38% B1: Qualimodus - Qualifikation - 2,0 Std.    4 12.50% B2: Qualimodus - Finale - 2,0 Std.    4 12.50% B1: Qualimodus - Qualifikation - 1,5 Std.    6 18.75% A: Finalmodus - 4 Stunden    11 34.38%

Ergebnis:
Finalmodus:
Eindeutig 4 Stunden.

Qualimodus:
Die Mehrheit tendiert zu 1,5 Stunden Quali (6 Stimmen). Das Finale sollte dann 2,5 Stunden dauern (3 Stimmen), um auf eine Gesamtdauer von ebenfalls 4 Stunden wie beim Finalmodus zu kommen. Mehrheitlich stimmen zwar 4 Pokerfaces für nur 2 Stunden, allerdings 5 Pokerfaces für mehr als 2 Stunden. Damit sollte die Entscheidung pro 2,5 Stunden Finaldauer dieser kumulierten Mehrheit gerechter werden.

So wird es dann auch am Neunten Copa-Pokerabend aussehen, und an den folgenden, sollte sich an den Mehrheitsverhältnissen nichts Gravierendes mehr ändern.