Neuigkeiten:

Der Weg direkt zum Spiel

Hauptmenü

Speedys Viktoria Köln Fanklub

Begonnen von Speedy, 18. Juli 2012, 19:41:35

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Speedy

 :angry: n.E.

Bemerkenswert die Startelf: Vierer Abwehrkette, davor 4 (!) gelernte offensive Mittelfeldspieler, davor 2 gelernte zentrale Angreifer. Und nur ein Tor dabei herumgekommen.  :angry:

Speedy

#31
Gut eine Woche ist Wasser den Rhein hinuntergeflossen, mit diesem auch der Frust, der mit dem unrühmlichen Pokal-Aus gegen den insolventen Drittligisten ohne organisierte Fangruppe, oder mit Fangruppierungen, die niemand haben will, unweigerlich einherging. Sind es doch schon so viele Jahre her, als die Viktoria am DFB-Pokal teilnehmen durfte – so lange her, dass sich selbst eingefleischte Fans nicht mehr daran erinnern können  ::bl::

Ausgerechnet Aachen, seineszeichens insolvent, bereits abgestiegen, mit auseinanderbröckelndem Kader (so zumindest die Theorie und eigentliche Notwendigkeit), mit auseinanderbröckelnden Fangruppen – zumindest gehen die Antifaschistischen und Antirassistischen, und übrig bleiben die ,,r-radikal unterwanderte" (Zitat Presse) Bande, die auch zukünftig, und diesmal ohne ausgleichenden Begleit"schutz" Auswärtsspiele der Aachener beglücken werden, bzw. deren Gastgeber und rein sportlich orientierte Fans. Ausführlich dieser Nachsatz deswegen, weil sich beide Fangruppen der Aachener ausgerechnet das Pokalspiel bei der Viktoria aussuchen mussten, um Geschichte zu schreiben, oder Geschichte fortzuschreiben und Dunkles erahnen lassen: Auch hier gingen sie aufeinander los, bzw. die Bande auf die Antis, Gegenstände flogen hinüber, die üblichen Pyros wurden gezündet, Vermummte feierten sich als Helden. Die Polizei musste einschreiten, erstmals in einem Spiel mit Viktoria-Beteiligung. Und wann fand das alles statt? Genau. Während des Elfmeterschießens, dass bekanntlich verloren ging.... Annulieren sollte man den Mist....  :angry:

Erinnerungen werden wach, als unmittelbar vor dem Derby gegen die Fortuna ein (provokativ ausgerichteter?) Fanmarsch von Fortunen durch die rechtsrheinische Stadt kurz vor dem Stadion jäh gestoppt wurde und zu einer Keilerei ausuferte. Die Beteiligten des Scharmützels: Alt-Hooligans und FC-Fans (Zitat Presse). Auch hier griff die Polizei erfolgreich ein. Warum Spiele der Viktoria als Plattform für asoziales, menschenunwürdiges Verhalten neuerdings herhalten müssen? Was haben FC-ler auf dieser Rheinseite zu suchen? Ist wohl so, die Gesellschaft ist beständig, beständig in ihrem Wandel....

Zu der Beziehung Fan-Viktoria, insbesondere die der Gastmannschaften und deren Fans zur Viktoria ein anderes Mal mehr.

Zurück zum Pokalspiel: Die Viktoria überzeugte, hielt mit dem klassenhöheren Favoriten weitgehend mit. Die absolut bis fast leichtsinnig offensiv ausgerichtete Mannschaft – wir erinnern uns: vierer Abwehrkette, kein gelernter defensiver, dafür aber vier gelernte offensive Mittelfeldspieler, davor zwei Mittelstürmer – übte von Beginn Druck aus, fing sich den einen oder anderen Konter als die Räume hinten zu offen wurden. Ein Abwehrfehler führte zum Rückstand, der postwendend durch Viktorias Top-Torschütze ausgeglichen werden konnte. Weitere Tore fielen erst im Elferkellen, bzw. fielen nicht, in Person von Federico und Glowacz zu verantworten....

Vorteil des Pokal-Aus ist es, dass sich die Mannschaft nun auf das Hauptziel konzentrieren kann, den Aufstieg in die ... bla, bla, was für hohle Phrasen....  ::evil::

Nun denn, Wiedergutmachung hätte heute gegen den Tabellenletzten* im Nachholspiel folgen können, wenn man denn hätte glauben können, was unmotivierte Praktikanten eines regionalen Senders so unters Volk mischen. Aber man darf nicht alles glauben, was man dort liest. Das angekündigte Spiel ist jedenfalls für nächstes Wochenende vorgesehen, falls die Witterungsbedingungen nicht Anderes vorschreiben.

Unterdes bastelt die Viktoria weiter an ihrem Kader. Und so dürfen wir Savio Nsereko als nächsten Neuling in der Mannschaft begrüßen. Genau, DER Nsereko. Der, der in jungen Jahren als großes Talent in der italienischen Seria A  für Aufsehen sorgte, der von Brescia zu West Ham für 11 Millionen wechselte, dann 8 Monate später von dort zu Florenz für 6 Mio. zurück nach Italien ging, dann für 4 Mio. nach Bologna wechselte, um ein halbes Jahr später für 2 Mio. zurückzukehren. Der, der von dieser Zeit an nur noch verliehener Weise durch Europa geschubst wurde bis sein Marktwert wieder die Tiefen seines ersten Transfers erreichte: 100.000 €. Der, der zuletzt wegen Undiszipliniertheiten und illegale Schweinereien auffiel, in Unterhaching deshalb vor die Vereinstür gesetzt wurde. Florenz ist sicher positiv gestimmt, ihn nach drei Jahren des absoluten Irrtums endgültig loszuwerden.

Und die Viktoria?
Erster Gedanke: Musste das sein? Noch ein Offensiver? Werden Spättalente und Kämpferherzen wie Müller (unmittelbar) und Schultens & Schlösser (mittelbar) demnächst als Dauerreservisten (derzeit noch allesamt die Verletztenliste schmückend) ein kümmerliches Dasein fristen? Will die Viktoria ihre Gegner demnächst im 90- Min.-Sturmlauf an die Wand spielen? Frei nach dem Motto ,,Wenn sich der Gegner 90 Minuten damit beschäftigt unsere Tore zu verhindern kann er selbst keine schießen und unsere Abwehrschwächen nicht zu seinen Gunsten nutzen"?
Zweiter Gedanke: Noch eine Baustelle? Mit Voigt, Federico und Streit hat die Viktoria bereits Spieler verpflichtet, die in ihrer Vergangenheit als teils extrem verhaltensauffällig bis aufrührerisch galten. Spieler, die ihren Zenit offensichtlich überschritten haben, weit vor ihrer Verpflichtung. Und dabei gilt gerade Köln als Schmiede für Menschen, die Disziplin, Bescheidenheit, Fleiß, Treue, Pünktlichkeit und Redlichkeit hoch oben auf ihre Fahnen schreiben, und wer es nicht in die Wiege gelegt bekam, der lernt es recht zügig. (Vorsicht: Witz!) Köln, wo anders als hier können die genannten Spieler noch einmal durchstarten, Versäumtes aus der Vergangenheit nachholen und zu Ruhm und Ehre gelangen? Mögen die Worte Nserekos ,,Ich bin sehr angetan vom Verein und den Gesprächen [..] Ich bin in der Kürze der Zeit sehr gut aufgenommen worden und habe hier ein sehr gutes Gefühl" nicht nur hohle Phrasen sein .... Solche Worte oder ähnliche richtete auch einst Novakovic an seine Fans, bevor er sich eine Bude in der Altstadt nahm.... Echte Kölsche würden zu Fuß in ihre Stadt gehen, für manche unechte und zugereiste reicht es nur zu Fuß zum nächsten Köbes, der seinem Beruf in der Altstadt gewöhnlich nachgeht.... Möge der Neuling nicht zu dieser Gattung gehören und ....

Nächster und durchschlagender Gedanke: Könnte ein Schnäppchen sein, falls er zündet gar zur Goldgrube werden. Wurde schließlich unter Hrubesch mit der U19 Europameister. Könnte aber auch zum ewigen Talent verkommen, wie einige seiner Teamkollegen von damals, so wie Jungwirth, Kopplin, Latza, Naki & Sukuta-Pasu. Nur Hrubesch wusste wohl bislang, wie er den wilden Haufen zu führen hatte. Ein Mann für die Viktoria? Aber es gab auch positive Beispiele, von denen sich Nsereko gleich mehrere Scheiben abschneiden könnte: allen voran die Bender-Zwillinge sowie Zieler & Risse (beide übrigens Kölner, ersterer sogar bei der Viktoria groß geworden, letzterer im unmittelbaren Nachbarort).

Fazit: Aufregend schon die Winterpause (zumindest die Zeit während die Konkurrenz Winterpause hielt), wie spannend wird dann erst die Rückrunde? Man wird sehen ....

Etappe 1 auf dem Weg zum Aufstieg  :applaus:


* Nachtrag bzw. Vorgriff: Wenn die Viktoria mit Hüls nach 90 Min. fertig sein wird, werden die Mitaufsteiger als Tabellenletzter geführt, mit zwei Punkten Vorsprung vor dem 18. Platz  ::c:: ::blu:: ::cool:: ::b::

Coach

schön geschrieben Speedy, außer das mit Jungwirth, dem tust du Unrecht, er ist ein leistungsträger bei Dynamo, ein sympathischer noch dazu und wird seinen Weg gehen.  :daumen:
- die rechte Hand
- Dr.P.Pacult

Wo ist meine Superettan hin?

Speedy

Zitatein sympathischer noch dazu und wird seinen Weg gehen
Bueno, direkt im Auge habe ich ihn nicht, hörte seinen Namen vor dem Spiel gegen den FC - saß auf der Bank und wurde m.E. auch nicht eingewechselt. Wusste bis dato nicht wo er gelandet war, und zählte ihn seitdem zu obengenannten. Lasse mich gerne eines besseren belehren, insbesondere wenn er zündet und sein Weg dann Richtung Westen führt  ::wink:: Der eine oder andere Dynamo hat hier schon gute Eindrücke hinterlassen  :daumen:

Coach

ja er ist halt ein bissel klein, war in der 3. Liga noch Innenverteidiger, in meinen Augen Bärenstark, weil er kämpft und weil er spricht. Im ersten jahr 2. Liga war er auch noch hinten , dann wanderte er immer weiter vor. Jetzt sagt er auch in Interviews, dass er lieber deff Mit.f. spielen wöllte, aber das sagt man dann wohl um wenigstens ins Team zu kommen. Mal sehen was der neue Trainer nun macht, ansonsten könnte das mit dem Westen war werden, weil er bissel Heimweh hat. Wäre schade für uns ist aber verständlich.
- die rechte Hand
- Dr.P.Pacult

Wo ist meine Superettan hin?

Speedy

#35
Zitat[..] wie spannend wird dann erst die Rückrunde? Man wird sehen ....
Nur ungern zitiere ich mich hier selbst, aber als Überleitung äußerst funktionabel. Man wird sehen .... Genau, allerdings muss man in diesen Tagen schon recht weitsichtig sein, um die Rückrunde erblicken zu können. Am Wochenende sollten eigentlich die vom Wintereinbruch zum Finale der Hinrunde verschuldeten Spielabsagen nachgeholt werden, damit endlich die Tabelle unverfälscht betrachtet werden kann. Doch auch dieser Anlauf wird unsanft von unbespielbaren Regionalligaplätzen gestoppt. Die Konkurrenz wie auch die Viktoria selbst sind betroffen. Wohlorganisiert nutzt die Viktoria dieses schwer kalkulierbare Wetterspektakel, um an der Adria spontan ein Trainingslager aufzuschlagen und sich den Feinschliff für den ersten Rückrundenspieltag zu erarbeiten. Organisation und Spontanität schließen sich in einem vorbildlich geführten Club nicht aus. Und was tut ein vorbildlich geführter Club noch so in der verlängerten Winterpause? Genau, er bastelt weiter an seinem Kader. Und so begrüßen wir einen neuen Außenverteidiger - wurde auch mal Zeit, nach der Invasion der Offensivleute -, dieses Mal kein Hochkaräter, sondern ein Perspektivspieler aus der Mittelrheinliga: Vom FC Hennef, runde 20 Autominuten fot vun Kölle, stößt ein Jungspund namens Micha-Raphael Schmitz hinzu. Allerdings ist diese Meldung mit Vorsicht zu genießen, denn die Quelle ist die gleiche, die behauptete, vorige Woche würde das Nachholspiel gegen den Tabellenvorletztenletzten ausgetragen. Andere Quellen, insbesondere die beiden Vereine selbst, wollten bislang diese Verpflichtung noch nicht melden.

Wer auch immer demnächst als erster Kontrahent im Ligabetrieb die Viktoria herausfordern wird (Nachholspiel gegen Hüls oder doch der 22. Spieltag gegen Mitaufsteiger Kray, und wann auch immer dieses erste Ligaheimspiel des Jahres stattfinden soll, das Ergebnis, das sich mit großer Wahrscheinlichkeit als bombig für die Viktoria erweisen wird, kann wie üblich an bekannter Stelle abgelesen werden.

hofa

mal eine frage wegen aufsteig: wie weit dürfen eigentlich die II-er-Mannschaften der 1.ligisten aufsteigen?


Christoph Patrasso - Ajax Amsterdam
Stefan Hofa - Waikato FC
Jaromir Patrasz Jeunesse Abidjan
Josef Hickersberger Reno United

faustball.union-rohrbach-berg.at

Marcool

Zitat von: hofa am 26. Januar 2013, 20:39:56
mal eine frage wegen aufsteig: wie weit dürfen eigentlich die II-er-Mannschaften der 1.ligisten aufsteigen?
Bis zur dritten Liga.

Speedy

Und unbeschränkt. Bei der Gründung der "eingleisigen" 3. Bundesliga im Rahmen einer weiteren Neuordung des Amateurligabetriebs wurde der Zugang der zweiten Mannschaften bzw. U23-Ableger in der Zahl einmalig auf 4 beschränkt. Seitdem ist es theoretisch möglich, dass sich in dieser 3. Liga 20 Amateurvertretungen der Bundesligamannschaften (1 & 2) tummeln dürfen.

Speedy

#39
Das Verhältnis zwischen Fans und Viktoria Köln

Mehrfach angedeutet und aufgeschoben, heute angestoßen: Das Verhältnis zwischen Fans und Viktoria Köln, oder anders: Warum ist das Verhältnis von Fans zu Viktoria Köln gespalten?

Streift man so durch diverse Foren und über Zeitungsberichte und Kommentare dazu, so lässt sich eines deutlich feststellen: Vereine wie die Viktoria aus Köln müssen sich auswärts heftigem Gegenwind stellen. Oft, zu oft.

Wer ist verantwortlich?
Eigentlich sind nur wenige Personen, oder noch eigentlicher nur eine bestimmte Person die eigentliche Ursache für den zu erfahrenen Gegenwind. Die eine bestimmte Person, gegen die sich zunehmend mehr Unverständnis, Aggression gar blanker Hass richtet, ist eine Person mit Geld auf der hohen Kante, das in eine bestimmte Sache, einen Verein, in die Kassen der Viktoria fließt. Gemeint ist ein Sponsor, geläufig auch als Mäzen zu bezeichnen, Kopf eines deutschlandweit renommiert und marktführend geltenden Finanzunternehmens, der genannte Reaktionen hervorruft. Feindlich gesinnte Bekundungen gegenüber dieser Person werden umgeleitet auf den gesamten Verein und deren Mitglieder und Fans. Sie werden in Form von Schmährufen und -plakatierungen, Wurfgeschossen, Prügel bis hin zum heimtückischen Überfall, wie zu lesen ist, oder ähnlichen unsittlichen Aktionen unmittelbar auf unbeteiligte Spieler und jene begleitende Fans gerichtet – vor, während und nach einem Auswärtsspiel.

Wer sind ,,Vereine wie die Viktoria" eigentlich? Es sind Vereine, die die Zeichen der Zeit erkannt haben: Ohne Geld ist im Fußball nichts mehr zu reißen. Bietet sich eine Gelegenheit den Verein auf eine höhere finanzielle, im weiten Sinne professionelle Basis zu heben, so wird von einer verantwortungsvollen Vereinsführung erwartet diese nicht fahrlässig vorbeiziehen zu lassen. Mit einem Uniprofessor für E-Business und E-Entrepreneurship konnte die Viktoria erstmals in ihrer Geschichte eine solche implementieren. Für Außenstehende wurde sogleich deutlich: Der Mann versteht sein Geschäft, die Viktoria entdeckte, etwas verspätet, aber immerhin, z.B. das Internet. An dieser Stelle sei dem Herrn der Wirtschaftswissenschaften für seine Aufbauarbeit bei der Kölner Viktoria während seiner zweijährigen Amtszeit ausdrücklich zu huldigen. Bedeutende wirtschaftliche Kontakte werden in dieser Zeit (und darüber hinaus bis heute unter dem neuen Amtsinhaber) geknüpft, die eine solide Basis für die Führung der Viktoria in eine harte, aber Erfolg verheißende Zukunft bilden, darunter solche zu einem Großsponsor.

Was kennzeichnet eine verantwortungsvolle wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Verein und freier Wirtschaft? Nichts anderes, als es in der freien Marktwirtschaft zwischen Unternehmen bereits gibt: Ein Unternehmen braucht für sein Vorhaben Geld, und es leiht sich welches von anderen Unternehmen, Banken, Teilhabern, und verbucht es in der Bilanz als Fremdkapital. Genau solches Fremdkapital fließt nun in die Kassen der Viktoria, Geld einer einzelnen Person, die es als erstrebenswert ansieht, in das Vorhaben der Viktoria zu investieren – mit Know-how und finanziellen Mitteln.

Gibt es weitere Beispiele von (bedeutenden) Fremdkapitalgebern in der deutschen Fußballlandschaft? Allen voran ist ein Kölner Verein von der anderen Rheinseite zu nennen: Die Fortuna. Kein anderer Verein in Deutschland hat es geschafft über mehrere Jahrzehnte einen Investor an sich zu binden und auf Basis seiner vollunternehmerischen Unterstützung die Tabellenführung der Zweitligahistorie zu erreichen und bis vor kurzem noch zu behaupten. Dann war da noch die Geschichte mit DFC – Dein Fußballclub, der frischen Wind und Gelder in einer hohen sechsstelligen Summe in die maroden Kassen des Vereines spülte. Nicht weit weg ein anderer Verein dieser Stadt, ein Fußballclub mit Affinität zu Ziegenböcken und Wölfen im Schafspelz (dies ist allerdings eine andere Geschichte, die der hoolen Gänse, eine Thematik, die an dieser Stelle ausdrücklich nicht vertieft werden soll), der mit fremden Mitteln für den Verein überteure Transfers wie Poldi, Geromel, Peszko, Jajalo und deren Gehälter erst stemmen konnte. Und dafür eine einzelne Person dazu verpflichtete, die zudem in Kontaktanbahnung mit der Fortuna stand und heute mit der Viktoria in geschäftlicher Beziehung steht.

Aber nicht nur in Köln, in ganz Deutschland gibt es Modelle, wie man mit Fremdkapital seinem Verein auf die Sprünge hilft. Zu nennen ist Bayern München. Die Vereinsbosse verpflichten nicht nur einen, nein, ganze Heerscharen von Investoren – kleine und große: Sie gingen an die Börse. Die Borussen aus Dortmund machen es ihnen nach. Auch bekannt: Bayer Leverkusen. Einst eine Werksmannschaft, die sich mit Unterstützung eines riesigen Chemiekonzerns auf eine solide Basis stellen ließ und lernte sich selbst zu tragen. Ein kleiner Ableger, weniger erfolgreich, ist in Krefeld-Uerdingen zu finden – heute mit Großinvestor aus der Immobilienbranche wie damals mit Konzernunterstützung. Der HSV, der sein wirtschaftliches Gerüst auf Suppentüten baut. Oder die Schalker, die in russisches Erdgas machen, um die Sünden der nahen Vergangenheit tilgen zu können. Und neuestes Beispiel: Hoffenheim, und demnächst die 60er?. Aber auch Rot-Weiß Oberhausen, Mainz 05, Wattenscheid 09, Westfalia Herne, u.v.a., deren Investoren sich aus unterschiedlichen Gründen, zumeist Insolvenz, aus der Verantwortung zurückziehen mussten und den Verein damit niederrissen an Stelle ihn auf eigenen Füßen stehend in die Zukunft zu entlassen.

Und wie sehen die Fans das? Die eigenen sehen einer goldenen Zukunft in der Regel mit leuchtenden Augen entgegen. Seien es Ultras oder Normalos, einig sind sie sich in dieser Beziehung; es sei denn sie sind Aachener und eliminieren sich gegenseitig, noch vor jeder Beziehung. Lediglich die Fans anderer Mannschaften begegnen Fans und Verein mit solider wirtschaftlicher Basis mit Skepsis, das sei ihnen zugestanden, mit Schmährufen und Schmähplakatierungen, mit Aggressionen wie Wurfgeschossen, Prügel bis hin zum heimtückischen Überfall. Diese Gruppe als Fans zu betiteln, und damit sind jetzt nicht hoole Gänse gemeint, sondern eher unorganisierte oder organisierte Normalos, die weit über ihr Ziel hinausschießen, ist per Definition nicht ganz richtig. Laut größtem Online-Lexikon definiert sich ein Fan als ein ,,Mensch, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem [..] sportlichen Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Ressourcen wie Zeit und/oder Geld investiert." In Clubs organisiert oder unorganisiert äußert sich seine Anhängerschaft oft in Ritualen der Verehrung der betreffenden Person oder des gesamten Vereins. Per Definition ist also ein Mensch, der mit feindlich gesinnten Gedanken, Rufen und Taten seine Abneigung zu einem sportlichen Fanobjekt äußert, der exakte Gegenentwurf eines Fans. Also der Anti-Fan.

Was tut ein Anti-Fan den ganzen unnützen Tag? Er diskriminiert andere wegen ihrer Zuneigung zu ihrem Verein, er diskriminiert seinen Gegenentwurf, den Fan an sich. Er investiert Zeit und Materielles und zeichnet Spruchbänder wie ,,Ihr macht unseren Sport kaputt", oder Aufkleber wie ,,Köln-Süd: «Sponsor»-freie Zone – seit 1948 unfusioniert". Er blockiert den Stadionausgang der Gästefans, schüchtert mit lauten Parolen Fans, Väter und ihre Kinder ein. Andere strolchen durch Fußball-Foren und tun ihren Unmut kund, überall dort, wo das Objekt ihrer Feindschaft zum Thema wird. Der Anti-Fan dokumentiert mit seiner Aggression seinen betriebswirtschaftlichen Unverstand, seinen Neid auf die Errungenschaften seines Nächsten, seine Machtlosigkeit gegenüber erfolgloser Führung seines eigenen Vereins oder blendet schlichtweg die Historie seines eigenen Vereins unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Entwicklung erfolgreich aus. Der einzige Erfolg, den er jemals verbuchen wird. Er verdient sich, was er anderen Fans zugesteht: Mangelnden Respekt. Denn wie er in den Wald hineinruft, .... Er macht Diskriminierung hoffähig, denn er zieht ,,Gleichgesinnte" mit in diesen Sumpf. Den sozialen Netzwerken das Cyber-Mobbing, dem Anti-Fan seine Hassparolen.

Er zerstört sogar das neue Ansehen des modernen deutschen Fußballs. Bis weit über die Grenzen hinaus wird das neue deutsche Fußballwunder geachtet, schön anzusehen und wirtschaftlich vorbildlich nachhaltig. Aber auch mit dem Finger wird darauf gezeigt und in seiner Entwicklung genauestens beobachtet: Wird das Pöbeltum im Fußball Eingang in das gesellschaftliche Miteinander finden? Werden gesellschaftliche Missstände den Fußball zerstören? Welche Maßnahmen sind sie dort bereit zu ergreifen?

Fragen, die an dieser Stelle nicht beantwortet werden können. Die Kristallkugel wurde von Unbekannten aus dem Vereinsheim gestohlen ....


Das Tagesgeschäft


Als Fan der Kölner Viktoria überwiegen allerdings zurzeit andere Dinge des Zeit- bzw. Vereinsgeschehens.
Es gibt beispielsweise einen überaus erstaunenswerten Rückrundenauftakt zu vermelden. Ein Mitaufsteiger wurde am gestrigen Nachmittag mit 6:1 im heimischen Flughafenstadion abgefertigt.

Doppelte Torschützen waren jeweils Toptorjäger der Regionalliga West Aziz Bouhaddouz  :applaus:, Neuverpflichtung (von vereinslos, da kurzfristige Vertragsauflösung mit Aachen) Albert Streit :applaus: und Mittelfeldstratege Mike Wunderlich :applaus:.

Auch einen neuen Trainer gibt es. Nach Absolvierung des Trainingslagers an der Mittelmeerküste entschied sich der Nachfolger des im Herbst des vergangenen Jahres zurückgetretenen Trainers (Scholz) nun selbst zurückzutreten (Jerat). Nach unterschiedlichen Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung des Vereins folgte nun der Rückzug aus menschlichen Gründen. Scheinbar ist der Druck in diesem Verein seine Arbeit zu verrichten recht hoch, nun, die Ziele sind es auch. Für die bis dahin erfolgreiche Arbeit den Hut gezogen  :daumen: und auf den weiteren Weg viel Erfolg gegönnt, gilt es nun das Augenmerk auf den Neuen zu lenken (Aussem), seineszeichens ehemaliger Spieler von 1. FC Köln, Viktoria Köln, Hannover 96 und Fortuna Köln, sowie Trainer bei Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen II & I. Der Auftakt war jedenfalls schon beeindruckend.

Und auch dies wird fast schon zur Gewohnheit. Im Wochenrhythmus begrüßen wir einen neuen Mitspieler bei der Viktoria: Und nun hat sie das, was der FC nicht (mehr) hat, einen Lukas, und Püttmann heißt er hinten. Ein Perspektivspieler von den benachbarten Bergischen aus Gladbach, kurzfristig vereinslos wegen Vertragsauflösung. Wenigstens einer unter den Perspektivspielern, der den Weg zur Viktoria findet, denn der im vorangegangenen Beitrag angekündigte ist dann doch nicht gekommen. Kann aber noch, denn er gilt als vereinslos wegen kurzfristiger Vertragsauflösung mit Hennef. Jedenfalls umfasst der Kader jetzt ganze 30 Spieler. Gut aufgestellt, möchte Meinewenigkeit anmerken. Wenn auch mit einer mit 10% etwas unterrepräsentierten gelernten Innenverteidigung und mit 17% unterrepräsentierten gelernten Abwehrreihe insgesamt. Der Sturm kann sich hingegen mit einem Anteil am Kader von 27% sehen lassen.

Der Ausblick auf den nächsten Spieltag lässt eine gewisse Vorspannung aufkommen. Der von der Viktoria an diesem Wochenende verdrängte Zweitplatzierte Schalke 04 sinnt vor eigenem Publikum auf Revanche für die 2:4-Niederlage bei der Viktoria in der Hinserie. Mit einem Sieg dort kann die Viktoria zwar noch keine Vorentscheidung um die Aufstiegsfrage erzielen, wohl aber ein deutliches Ausrufezeichen setzen gegenüber den Verfolgern und zumindest den Abstand vergrößern, und gegenüber der heißesten Aufstiegskandidatin der Regionalliga, Lotte von Osnabrück in Angriffsstellung gehen und die Tabellenführung übernehmen. Die entscheidende Fragestellung vor dem Schalkespiel nun: Wie viele Profis werden die Knappen dieses Mal aus der ersten Mannschaft ziehen? Egal, ihr Viktorianer, macht am nächsten Wochenende den ,,Aufsteiger"! Aufsteiger konnten in letzter Zeit bzw. am gestrigen Tage auf Schalke Großes erreichen.

Speedy

Spielausfall, super! Die Wetterlage spielt den Viktoria-Fans eher weniger dafür aber der Viktoria selbst um so mehr in die Karten. Die bisherigen Nachholspiele gegen Hüls & Schalke werden (wohl) in englischen Wochen ausgetragen werden. Für die Viktoria deswegen ein Vorteil,weil der Kader mittlerweile auf allen Positionen (bis auf die Defensive m.E.) recht üppig und ausgeglichen besetzt ist und gerade die jüngeren und verdrängten Spieler bis in die Haarspitzen motiviert sein werden (sollte der neue Trainer dies herauskitzeln können) den Altstars Beine zu machen - auf'm Platz oder im Training. Her mit den englischen Wochen, je mehr desto besser!

Und sollte der Kader nicht ausreichen, kann jederzeit kurzfristig nachgelegt werden. Zu genüge erfahrene vereinslose Ex-Profis) können außerhalb der Transferperiode verpflichtet werden, lechzen nur danach ein paar Kröten mehr als die vom AA zu verdienen. Und wer weiß, vielleicht wird auch die Torwartposition neu überdacht. Sollte Wiese weiter tief im Süden demontiert werden, so dürfte es ein Kinderspiel sein, ihn in die alte Heimat bzw. Fast-Heimat zurückzulotsen, und zwar bevor es die Fortunen machen, bei denen er immerhin die ersten Jahre seiner Karriere nach Jugendfußball in der Werkself zubrachte.

Derweil können sich Spieler und Trainer der Viktoria eine weitere Woche ohne Pflichtspiel aneinander gewöhnen und Testen und Üben was das Zeug hält. Ein anfänglicher Nachteil, der abgemildert werden kann. Bestens läuft's n der Rückserie, obwohl erst ein Spiel stattgefunden hat - Das Pokal-Aus bereits erfolgreich verdrängt.

Neuverpflichtungen gibt es in dieser Woche keine. Ein Novum.

Ausblick auf den nächsten Spieltag: Wiedenbrück zu Gast bei der Viktoria. Vielleicht, oder auch nicht. Hängt vom Wetter ab  ::cool::

Abschließend noch ein Nachtrag zu den im Beitrag zuvor genannten Aktiengesellschaften. Trifft alles auf den BVB zu, nicht ganz auf den FCB. Dieser verteilt seine Anteile nicht im Volk, ist nicht börsennotiert, sondern hält etwa 80% selbst, vergibt rund 20% je an einen Hersteller für Sportartikel und Automobilen. Sponsoren erhalten Exklusivverträge in selten nur einstelliger Millionenhöhe. Da rollt der Rubel mächtig.

weltkicker

Hier mal lustig aus der "Harald Schmidt Show" - Andrag bei Viktoria Köln  :daumen:

http://www.youtube.com/watch?v=YR9-NulwZSk

übrigens war am letzten Montag ein doppelseitiger Artikel über Viktoria im Kicker
alles in allem, sehr symphatisch
amtierender Meister der Polen mit RKS Radomiak Radom, http://nichtklicken.net

Speedy

#42
Sehr freundlich, Senor, sehr freundlich ::evil:: Kannte ich bereits, habe es bislang der mitlesenden Fangemeinschaft erfolgreich vorenthalten können  ::cool:: Man kann diesen Clip ja so oder so sehen: von der lustigen Seite ist fein, Sympathieträger gibt es auch. Oberpeinliches allerdings auch zu genüge, was es aber auch wieder ein stückweit sympathisch macht. Und das eigentliche Motiv dieses "Projektes" ist ohnehin ein anderes, als die Viktoria vorzustellen. Ich war mir unschlüssig, sah die Zeit zumindest noch nicht reif für diesen Clip, obwohl er sich im Zuge des vorletzten größeren Beitrages meinerseits schon angeboten hätte, gebe ich zu. Bueno, nun ist sie es also, die Zeit, und zwar reif dafür. Gracias  ::evil::

Wenn's denn nun raus ist,
hier der prominente Aufruf zur Abwehr der Insolvenz: http://www.youtube.com/watch?v=_hi8rWuxdkg
hier der genannte Clip in kurz: http://www.youtube.com/watch?v=_1WuYPwtbXw

Zum vergangenen Spieltag: Absagen wohin man schaut. Nur die Lotte von Osnabrück baut ihre Tabellenführung aus. Weiß der Geier, warum deren Begegnungen nicht ebenso dem Winter zum Opfer fallen wollen. Mit dem Ausbau des Vorsprunges steigt immerhin der Druck auf die Verfolger. Aber über die Vorteile der Viktoria in nun zahlreich bevorstehenden englischen Wochen ist schon philosophiert worden, daher wollen wir mal die Flut von Spielausfällen nicht allzu kritisch betrachten. Nächster Gegner könnte der ehemals Tabellenvorletzteletzte aus Hüls sein, am kommenden Dienstag, sollte nicht wieder die Witterung einen ungünstigen Verlauf nehmen. Vor Hüls sei gewarnt, zwei Siege in diesem Jahr, und dazu eine vermeidbare Auswärtsniederlage.

Der Kicker-Artikel ist mir entgangen. Mist. Werter Kollege, kannste den scannen und anhängen? Lechz, hechel  ::ton:: Wenn's denn keine große Mühe macht, und urheberrechtlich erlaubt ist .... Würde gut in diesen Beitrag passen. Insbesondere in der spielfreien Zeit zurzeit ....  ::cool:: ::b:: :daumen: ::blu::

Speedy

#43
Mehr Schein als Sein

Unter diesem Motto kann man im Nachhinein den Rückrundenstart betrachten. Das Pokal-Aus gegen die Alemannia verdrängt, wenn man's häufiger schreibt, glaubt man's auch tatsächlich, vermochte das Rückrundeneröffnungsspiel gegen Mitaufsteiger Kray mit dem blendenden Ergebnis von 6:1 einiges erwarten lassen. Zu sehr blendete dieser Erfolg: Ein 5:0 des Bochumer Nachwuches am folgenden Spieltag in Kray und anschließende Trainerentlassung dort relativiert den Kantersieg der Viktoria erheblich. Und es folgte, was unweigerlich folgen musste: Ein Gegner, der das bis dato uninspirierte Spiel der Viktoria zum Rückrundenstart für sich zu nutzen verstand.

Das war dann noch nicht in der folgenden Begegnung im Nachholspiel gegen den damals Tabellenvorletztenletzten aus Hüls zu vermelden. Drei blendende Treffer gab es zu bestaunen, in einer Begebnung nahezu auf Augenhöhe. Was Hüls an Kampfgeist und organisierter Abwehrleistung mit nadelspitzengleichem Konterfußball entgegenbrachte konnte jede vermutete Überlegenheit des Aufstiegsaspiranten egalisieren. Dennoch ist die Viktoria mit blauem Auge davongekommen. Bezeichnend, dass zwei direkte Freistoßtore von Stratege Wunderlich aus insgesamt 55 Metern zum 1:0 und 2:0 führten, sowie ein Konter in der Nachspielzeit durch abermals den Strategen zum 3:1. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer machte die Begegnung noch einmal überspannend. Dass die Viktoria die Treffer 2 und 3 in Unterzahl erzielte (Streit setzte ein zu großes Ausrufezeichen auf'm Platz), täuschte nicht über die insgesamt desolate Leistung hinweg.

Erst dann kam das, was kommen musste: Oberhausen. Vor dem Spiel knapp dran an den Abstiegsrängen, kein Rückrundenspiel zuvor, während die Viktoria die zuvor umjubelte erste englische Woche abschließen wollte (leider nicht die Oberhausener, dumm gelaufen). Auch hier engagierter Fußball des klammen Zwerges aus dem Ruhrpott, und diesmal wurde er belohnt, und Viktoria ereilte die erste Auswärtsniederlage in dieser Saison, und das mit 0 erzielten Toren – ohne jede Gegenwehr, physisch wie ergebnistechnisch.

Fortsetzung folgt ....

Speedy

#44
Verehrte mitlesende offene Viktorianer und Heimlichsupporter, an vorangegangenem Beitrag sollte heute eigentlich die angekündigte Fortsetzung folgen. Unter den bis heute allerdings veränderten Vorzeichen macht das keinen tieferen Sinn. Der vor 2 Wochen gewählte Titel "Mehr Schein als Sein" ist nicht mehr zeitgemäß, der kurzfristige Wandel der Viktoria verlangt die Fortsetzung des obigen Berichts unter einem neuen Titel ...

Der Niedergang eines ambitionierten Aufsteigers – oder die längste Saisonvorbereitung im deutschen Profi- und Semiprofi-Fußball

Stehengeblieben bei der Begegnung in Oberhausen, die 0:2 verloren ging. Fortgesetzt beim nächsten Knaller.

Die Zebras vom Mitaufsteiger Duisburg ersuchen Viktoria zum zweiten Aufgalopp im Ruhrgebiet hintereinander. Schon in der NRW-Liga hatte die Viktoria Schwierigkeiten mit den Gestreiften, aber daraus gelernt wurde nichts. Nach der ersten Auswärtsniederlage der Saison war Wiedergutmachung angesagt, vereintes Ärmelhochkrempeln und Kämpfen war der Anspruch (als "Rache im Ruhrgebiet" in der (viktoria-internen) Presse tituliert – welch Missgriff in die Wortschatzkiste) - bedauerlicherweise nur geteilt vom Trainer, nicht von der Mannschaft. Ersterer stellt sich nach dem Spiel vorbildlich schützend vor letzterer, vornehmlich wohl aber um sich selbst zu schützen. Da tut man gerne das, was von einem erwartet wird. Zwei Parallelen zum vorherigen Ruhrpott-Gastspiel, wieder zu-null verloren, diesmal einen Dreier kassiert, und wieder fliegt ein gegnerischer Spieler vom Platz, nur leider so spät, dass eine Ergebniskorrektur nach Schiedsrichtermachtwort nicht möglich war.

Es folgt eine Heimbegegnung vor den Augen von zahlreichen Ehrenmitgliedern wie Schauspieler Lauterbach, DEL-Geschäftsführer Rettig, Ex-FCler und Juniorennationalspieler Sinkiewicz. Wieder geht es gegen einen U23-Ableger einer Vollprofimannschaft. Nach gestreiften Zebras galoppierten junge Fohlen zum Großen Preis von Schlag-den-Aufsteiger. Während die Viktoria vor den beiden Auswärtspleiten ausnahmslos auf eigenem Platz die volle Punktzahl abgab, ließ sich Übles erahnen. Weit gefehlt. Die Niederlagenserie konnte unterbrochen werden, allerdings äußerst knapp. Zwei Führungen der Viktoria konnten ausgeglichen werden, der Siegtreffer gelang abermals durch Standardsituation, abermals durch Wunderlich. Die einst so sichere Abwehr gleicht dem Lochfraß in Schweizer Käse. Verwunderlich, wenn die Zusammensetzung der Abwehrreihe erneut durcheinandergemischt wird? Am Herausspielen der Torchancen mangelt es nicht, das Problem scheint eindeutig hinten zu liegen, oder stinkt der Fisch vom Kopfe her? Jedenfalls wird diese Begegnung die für längere Zeit letzte "anständig" zuende gebrachte gewesen sein ...

In der Zwischenzeit wird weiter am Kader gebastelt, nur diesmal mit umgekehrten Vorzeichen. Es ist nicht die Viktoria, die endlich auch mal in die Defensive investiert, nein, es ist die Arminia, die in der so schon arg gebeutelten Defensive der Viktoria wildert und eines der selbstgeförderten hochkarätigen Talente abwirbt. Propheter, zuletzt lange, sehr lange verletzt, als IV-Leistungsträger in der Saison durchgestartet, gibt nicht den Wechsel bekannt, auch nicht sein Berater. Die Viktoria will wegen der hartnäckigen Verletzung die ausgesetzte Verhandlung zur Verlängerung des auslaufenden Vertrages wieder aufnehmen bis die Verantwortlichen über andere Kanäle erfahren, dass bereits ein Vertrag für die neue Saison besteht, nur nicht mit der Viktoria ... Ergebnis: Propheter wird vom weiteren Spielbetrieb suspendiert. Hart aber angemessen. Stadionverbot für den Berater und Ex-Viktorianer wäre angemessener.

Nächster Spieltag. Reise ins Ruhrgebiet. Ein U23-Ableger empfängt die Viktoria mit Auswärtniederlagenserie: Bochum. Nach 0:2 und 0:3 folgt ein ... genau ... ein 0:4. Zur Pause bereits drei Gegentreffer. Bedeutungslos der Spielverlauf, eigentlich wie gehabt, nur noch übler. Erwähnenswert nur das Unanständige in dieser Begegnung. Streit setzte ein Ausrufezeichen! Auf dem Weg zur Umkleide in der Halbzeitpause soll er (Verhandlung steht noch aus) den Miniatur-Götze vom VFL ins Gesicht geschlagen haben, beobachtet und bezeugt von einem der Schiriassistenten. Stellungnahme Götzes steht (meines Wissens) noch aus, Stellungnahme Streits: "Meinen Sie, der hätte weiterspielen können, wenn ich ihn geschlagen hätte?" (Zitat eines dt. Revolverblattes). Vorläufiges Ergebnis: Baustelle Streit wird bis zur Verhandlung/Urteilsverkündung vom laufenden Spielbetrieb in beiderseitigem Einverständnis suspendiert. Pikant für die Urteilsbemessung: Zu Beginn der zweiten Hälfte erhielt Streit vom Schiedsrichter die in dieser Saison rekordverdächtig vierte Rote Karte (nach drei Ampelkarten zuvor, davon zwei bei der Alemannia). Und als wäre das nicht schon genug, bekam Toptorjäger der Viktoria und Zweiter der Torschützen der Regionalliga, Bouhaddouz, im weiteren Spielverlauf wegen Frustfouls den Platzverweis ausgesprochen. Nach Problemen in der Abwehr tun sich zudem noch weitere in der Offensive auf. Es geht abwärts.

Neur Anlauf im Ruhrpott? Nachholspiel gegen einen U23-Ableger steht bevor. Die Knappen von Schalke. Nach dem Gesetzt der Serie ein 0:5? Nein. Spiel wurde abgesagt. Ungünstige Witterungsbedingungen dieses Mal auf der Seite der Viktoria.

Stattdessen mal ein Gegner aus Westfalen. Wiedenbrück, mit zuletzt 4 Siegen in Folge nicht gerade ein Aufbaugegner. Den Spielverlauf konträr zu sehen, steht am Ende eine 0:1-Niederlage auf dem Papier. Nun werden wieder Heimspiele verloren? Nein, nicht nur. Auch Spieler, diesmal in Person des Außenverteidigers Cozza, in der 90. Spielminute. Leichtsinn, Frust oder Dämlichkeit? Jedenfalls wieder ein Argument die Abwehrreihe gehörig durchzumischen für den nächsten Spieltag. Da wartet ein unbequemer Gegner aus dem Bergischen Land, von letztem Spieltag abgesehen, in diesem Jahr noch ungeschlagen.

Die Bilanz des neuen Trainers der Viktoria: 3 Siege gegen Kellerkinder, und wird das Pokal-Aus hinzugerechnet, 5 Niederlagen, ebenfalls gegen Kellerkinder. Nun stehen die in der Hinrunde als "4 Wochen der Wahrheit" bezeichneten Spieltage bevor. Dazwischen noch das Nachholspiel gegen Tabellennachbar Schalke. Wohin mag diese Negativserie noch hinführen? Eines steht schon heute fest: Auf gar keine Fall in die 3. Liga. Nicht diese Saison. Es steht somit die längste Vorbereitung auf die nächste Saison bevor, die es im dt. Profi- und Semiprofi-Fußball in dieser Saison geben wird. Und nach dem der aktuelle Trainer schon die Vorbereitung auf die Rückrunde verpasst hat, stellt sich die Frage ob er auch die Vorbereitung auf die neue Saison verpassen wird? Nein, sie stellt sich nicht. Es wird keinen vierten Trainer in der laufenden Saison geben. Eine bescheidene Meinung Meinerwenigkeit.

Die Frage nach einem "feinen" Kader stellt sich jedoch deutlicher als zuvor: Ein Torhüter aus Siegen konnte bereits für die neue Saison verpflichtet werden. Man hört, er sei der beste dieser Regionalliga .... Und folgt ihm gleichsam noch sein Trainer, der zuletzt in der Trainer-Akademie auf sich aufmerksam machte? Dann Sinkiewicz im Stadion gegen die Fohlen? Eine unbezwingbare Innenverteidigung damals mit Matip bei der U21-WM .... Vertrag läuft noch bis 2014 .... Aber Schade, Matip verlängerte seinen auslaufenden kürzlich beim FCI .... Und Wiese? Demontiert im "Ausland", kehrt er heim nach Kölle? .... Vermessen anzunehmen er würde außerhalb der Fortuna unterschreiben, wo er in DFC-Zeiten Mitglied wurde ....

Impressum